"Orientierung" am 3. Februar: "Flucht ist kein Verbrechen" - Kirche zeigt sich solidarisch

Außerdem: Trauer um Alt-Bischof Reinhold Stecher

Wien (OTS) - Christoph Riedl präsentiert im ORF-Religionsmagazin "Orientierung" am Sonntag, dem 3. Februar 2013, um 12.30 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

"Flucht ist kein Verbrechen" - Kirche zeigt sich solidarisch

Seit dem 18. Dezember 2012 protestieren rund 60 Flüchtlinge in der Wiener Votivkirche. Sie machen sich für eine Verbesserung des Fremdenrechts in Österreich stark, fordern einen freien Zugang zu Arbeitsmarkt und Bildungssystem. Unterstützung erhalten die Flüchtlinge von Privatpersonen, aber auch von kirchlicher Seite: von Kardinal Christoph Schönborn und der Wiener Caritas. Auch Organisationen wie die Katholische Aktion und die evangelische Diakonie erklären sich solidarisch mit den Flüchtlingen und ihren Wünschen. Gemeinsam lud man deshalb am vergangenen Montag zu einem "Gebet der Solidarität". Ein "Orientierung"-Team war bei diesem Gebet in der Wiener Ruprechtskirche dabei und hat außerdem mit dem Menschenrechtsexperten Manfred Nowak über die Forderungen der Asylsuchenden gesprochen. Ein Bericht von Christoph Riedl.

Zu Unrecht in Schubhaft: Diakonie hilft durch Rechtsberatung

Schubhaft werde in Österreich zu schnell und zu häufig verhängt, kritisiert Heinz Patzelt, Generalsekretär von Amnesty International Österreich. Ähnlich sieht man das wohl auch bei der evangelischen Diakonie: Rechtsberater des Diakonie-Flüchtlingsdienstes haben im vergangenen Jahr 1.400 Menschen in der Schubhaft beraten, in 300 Fällen haben sie Schubhaftbeschwerde eingelegt. Die Folge: 70 dieser Beschwerden wurde stattgegeben, die Betroffenen wurden aus der Schubhaft entlassen. Einer von ihnen ist Masud Haji. Der Syrer war in seiner Heimat im Gefängnis, weil er gegen das Assad-Regime protestiert hatte. Vor einigen Monaten hat er politisches Asyl in Österreich erhalten. Ein Bericht von Maria Katharina Moser.
Im "Orientierung"-Studiogespräch: Michael Chalupka, Direktor der evangelischen Diakonie.

"Leidenschaftlicher Glaubensverkünder" - Trauer um Alt-Bischof Stecher

Bis zuletzt hielt er Vorträge im In- und Ausland, half in der Seelsorge aus, machte Krankenbesuche und widmete sich dem Malen und dem Bücherschreiben: der Innsbrucker Alt-Bischof Reinhold Stecher. Am vergangenen Dienstag ist Stecher im Alter von 91 Jahren gestorben. 16 Jahre lang - von 1981 bis 1997 - war Reinhold Stecher Diözesanbischof von Innsbruck. 1988 setzte er, nach heftigen Diskussionen, der Legende vom angeblichen jüdischen Ritualmord am "Anderl von Rinn" ein Ende, 1993 unterzeichnete er - als "Caritas-Bischof" - eine Petition gegen die Verschärfung des Fremdenrechts in Österreich und 1997 wandte er sich in einem ungewöhnlich scharfen Schreiben an den Vatikan, in dem er die Haltung der Kirchenführung in Rom zur Mitarbeit von Laien am priesterlichen Dienst kritisierte. Stechers geradlinige Haltung und sein leidenschaftliches Engagement fanden weit über kirchliche Kreise hinaus Beachtung und Anerkennung. Die Begräbnisfeierlichkeiten für Alt-Bischof Reinhold Stecher finden am Samstag, dem 2. Februar 2013, in Innsbruck statt. Maria Katharina Moser berichtet.

ORF III zeigt am Samstag, dem 2. Februar 2013, um 19.25 Uhr ein "Land der Berge: Bergsteiger und Menschenfischer. In memoriam Alt-Bischof Reinhold Stecher."

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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