EU berät Problematik der Neonikotiniode und Bienenschädlichkeit

Kommission: Einschränkungen bei Zulassung und Anwendung zur Diskussion gestellt

Wien (OTS) - Die Risiken von Pflanzenschutzmitteln für die für Ökologie und Landwirtschaft so wichtige Gruppe der Bienen werden derzeit im Zusammenhang mit einem in weiten Teilen der Welt beobachteten Rückgang von Bienenpopulationen diskutiert. Speziell die Wirkstoffgruppe der Neonikotinoide wird von internationalen Forschungsgruppen bearbeitet, aktuelle Publikationen liefern neue Erkenntnisse über deren komplexe Auswirkungen auf Bienenvölker. Um dieser Entwicklung auf EU-Ebene Rechnung zu tragen, wurden seitens der Europäischen Kommission, der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA und einzelner nationaler Behörden verschiedene Projekte ins Leben gerufen.

In Österreich hat die AGES im Auftrag des Lebensministeriums (BMLFUW) umfangreiche Forschungsprojekte zu diesem Thema durchgeführt (MELISSA 2009-2011, Monitoring Bienenschutz 2012), die zu zahlreichen behördlichen Maßnahmen zum Schutz der Bienen führten. Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten wurden der EFSA zur weiteren Verwendung übermittelt. Am 16.01.2013 hat die EFSA eine wissenschaftliche Bewertung zu den Neonikotinoiden Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam veröffentlicht, die nun Grundlage für ein Diskussionspapier der EU-Kommission zur weiteren europäischen Vorgehensweise bildet.

Einschränkungen bei Zulassung und Anwendung zur Diskussion gestellt =

Am 31. Jänner 2013 wurde im Ständigen Ausschuss für die Lebensmittelskette und Tiergesundheit (SCFCAH) in der Arbeitsgruppe "Pesticides Legislation" die Problematik der Neonikotiniode und Bienenschädlichkeit diskutiert. Seitens der EU-Kommission wurde ein Diskussionspapier vorgelegt. Demnach sollen die drei von der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA im Zusammenhang mit Bienen bewerteten neonikotinoiden Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam nur mehr bei solchen Kulturen zugelassen, welche für Bienen als nicht attraktiv anzusehen sind ("in order to restrict the use of plant protection products containing these substances only to crops non attractive to bees").

Dieses am 29. Jänner 2013 an die Mitgliedsstaaten verschickte Dokument wird nun von den diesen geprüft. Konkret beinhaltet der Vorschlag der EU-Kommission die Zurückziehung von Indikationen und Zulassungen für Produkte mit den drei neonikotinoiden Wirkstoffen Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam ab 1. Juli 2013.

Die von der EU-Kommission vorgeschlagene weitere Vorgehensweise ist folgende:

1. Vorlage des Diskussionspapiers im EU-Rat "Landwirtschaft" 4. Februar 2013
2. Stakeholder-Konsultation am 7. Februar 2013
3. Abstimmung am 25. Februar 2013 im "Ständigen Ausschuss für Rückstände"

Die AGES befürwortet eine EU-einheitliche Position betreffend die Zulassungssituation neonikotinoidhaltiger Pflanzenschutzmittel mit zielgerichteten Auflagen in der Verwendung sowie die Entwicklung von erweiterten Methoden der Risikobewertung, die dem Stand der Wissenschaft und Technik über diese Wirkstoffgruppe Rechnung tragen.

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie auf www.ages.at

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