Präsentation von "Die Auslöschung" mit Klaus Maria Brandauer und Martina Gedeck

Topbesetzter ORF/SWR-Fernsehfilm von Nikolaus Leytner am 13. Februar in ORF 2

Wien (OTS) - Wie die Liebe zweier Menschen durch den Lauf des Lebens auf die Probe gestellt wird und dadurch noch weiter wächst, thematisiert das ORF/SWR-Drama "Die Auslöschung" - zu sehen als ORF-Premiere am Mittwoch, dem 13. Februar 2013, um 20.15 Uhr in ORF 2. Mit wieviel Feingefühl Nikolaus Leytner die Geschichte einer Liebesbeziehung, die durch die Diagnose Alzheimer komplett auf den Kopf gestellt wird, erzählt, zeigte sich im Rahmen der Präsentation am Donnerstag, dem 31. Jänner, im Künstlerhaus Kino in Wien. Unter den Gästen waren die Hauptdarsteller/innen Klaus Maria Brandauer und Martina Gedeck, Regisseur und Drehbuchautor Nikolaus Leytner, Drehbuchautorin Agnes Pluch sowie ORF-Fernsehdirektorin Mag. Kathrin Zechner, die Mona-Film-Produzenten Thomas Hroch und Gerald Podgornig sowie ORF-Fernsehfilmchef Dr. Heinrich Mis.

ORF-Fernsehdirektorin Mag. Kathrin Zechner bedankte sich bei Team, Produktionsfirma, Partnern und dem Koproduzenten SWR für "den Mut und die Leidenschaft, nach den Sternen zu greifen. In der professionellen Zusammenarbeit von Schauspieler/innen, Regisseur/innen, Drehbuchautor/innen, Redakteur/innen - des gesamten Teams - entstehen Filmhighlights wie dieses. Sie zeigen Relevanz, sind einfühlsam, berühren, bewegen, amüsieren und unterhalten - all das auf höchstem künstlerischem Niveau. Hier verschwimmen die Grenzen zwischen Kino und TV, denn 'Die Auslöschung' ist der erneute Beweis, welche Leistungen auf kreativer, produktionstechnischer aber auch besonders wichtig auf thematischer Seite möglich sind. Wir sind stolz darauf, mit diesen Künstlern und Kreativen zusammenarbeiten zu können und dürfen."

ORF-Fernsehfilmchef Dr. Heinrich Mis: "Dieser Film macht es dem Publikum nicht leicht. Wer sich aber auf 'Die Auslöschung' einlässt, wird reich belohnt."

Nikolaus Leytner: "Die Geschichte einer großen Liebe."

"'Die Auslöschung' ist in erster Linie die Geschichte einer großen Liebe. Einer Liebe, die auf den Prüfstand kommt, als beim Mann eine schwere Demenzkrankheit diagnostiziert wird. Beide wissen, dass ihre gemeinsame Zeit absehbar und begrenzt ist, und stehen vor der Herausforderung, wie mit dem fortschreitenden Vergessen des Mannes umzugehen ist: Irgendwann wird er die Frau nicht mehr erkennen, wird nichts mehr von Liebe wissen und keine Ahnung haben, wer er selbst ist. Er wird vergessen, dass er vergisst. Sein Körper wird unversehrt sein - aber ohne all das, was ihn als Mensch je ausgemacht hat. Ohne das, in was sich die Frau einmal verliebt hat."

Martina Gedeck und Klaus Maria Brandauer über "Die Auslöschung"

Im Rahmen der Präsentation gaben Klaus Maria Brandauer und Martina Gedeck im Hotel The Ring umfangreiche Einblicke in die für sie "besonderen und herrlichen" Dreharbeiten. Martina Gedeck: "Wir haben während der Dreharbeiten in gewissen Momenten auch freien Spielraum bekommen von Nikolaus Leytner. Es wurde schon viel aus dem Moment heraus entwickelt." Besonders die Zusammenarbeit mit Klaus Maria Brandauer war für Gedeck unvergesslich: "Abgesehen von seiner Spielfreude ist es einfach das füreinander Dasein, was mich an Klaus Maria Brandauer so beeindruckt. Ich habe mich immer aufgehoben gefühlt. Ich war immer eingebettet und umgeben von seiner Aufmerksamkeit, seinem Können und seiner Lust am Spiel. Ich hab da eigentlich nur reagieren müssen und das hab ich gerne gemacht." Und auch Klaus Maria Brandauer streut seinen Kollegen Rosen: "Ich hatte kein Konzept für diese Arbeit. Mich hat das Thema interessiert und ich wusste, dass ich mir von der Besetzung viel erhoffen und erwarten darf - zwei meiner Schüler Hochmair und Minichmayr waren dabei und sind ganz fantastisch. Und Martina Gedeck sowieso. Mit ihr will ich schon seit 30 Jahren was machen. Und dann hat uns durch Zufall dieses Drehbuch beide getroffen und das ist herrlich."

Klaus Maria Brandauer: "Es gibt kaum eine Rolle, wo ich nicht gestorben bin."

"Es gibt kaum eine Rolle, wo ich nicht gestorben bin. Ich wurde umgebracht, habe mich umgebracht, bin ersoffen, wurde erschlagen -alles! Aber das Tolle am Theater ist, nach der Sterbeszene geht der Vorhang zu und danach kann ich mich verneigen. Aber eines weiß ich sicher, beim wirklichen Sterben werde ich mich nachher nicht mehr verneigen können", erklärt Brandauer und meint weiter: "Wichtig ist, dass wir vom Elternhaus, von den Lehrern und vom Leben vorbereitet sind, dass man nicht unbedingt das Paradies erwarten darf - weil es kann einem auch nicht gut gehen - und davon handelt der Film. Aber wenn man richtig vorbereitet ist, kann man diese Entwicklungen auch annehmen."

Martina Gedeck: "Zwischen die beiden passt kein Löschblatt."

"Zwischen die beiden passt kein Löschblatt dazwischen. Das ist eine große Liebe und die bleibt auch bis zum Ende", erklärt Martina Gedeck und meint weiter: "Ich bin überzeugt davon, dass eine Beziehung sich über Jahre entwickelt und es kommt in jeder Beziehung die Zeit, wo die Verliebtheit vorbei ist, wo man Schwierigkeiten zu bewältigen hat, wo der Partner nicht unbedingt den Vorstellungen entspricht oder wo schlimme Dinge passieren und man gemeinsam ein Schicksal tragen muss. Wenn man so etwas gemeinsam durchsteht, dann erst hat die Liebe ein Fundament, auf dem sie fest verankert ist."

Klaus Maria Brandauer in "Thema" und "heute leben" über Alzheimer in ORF 2

Anlässlich der ORF-Premiere am Mittwoch, dem 13. Februar, berichtet "heute leben" um 17.30 Uhr in ORF 2 rund um das Thema Alzheimer. Zu Wort kommen Expertinnen und Experten, die über die möglichen Ursachen, Symptome und den Krankheitsverlauf sprechen. Bereits am Montag, dem 11. Februar, um 21.10 Uhr in ORF 2 zeigt "Thema" ein Porträt von Klaus Maria Brandauer.

Mehr zum Inhalt

Als Judith Fuhrmann (Martina Gedeck) den Kunsthistoriker Ernst Lemden (Klaus Maria Brandauer) kennenlernt, erobert der scharfsinnige Intellektuelle ihr Herz mit Witz und Wortgewandtheit im Sturm. Zunächst scheint alles perfekt. Kurze Zeit später ziehen beide zusammen und planen ein gemeinsames Leben. Doch Ernst verändert sich zunehmend. Er zieht sich immer mehr in sich zurück und wirkt zerstreut. Anders als früher muss er nicht mehr jedes Gespräch dominieren, hat seinen fast zwanghaften Hang zum Widerspruch verloren. Judith beginnt, sich Sorgen zu machen. Ernst lässt sich untersuchen. Die Diagnose ist niederschmetternd: Alzheimer. Noch wiegt dieses Wort schwerer als die Symptome, die er hat. Doch unaufhaltsam nistet sich die tückische Krankheit ein, ganz sachte, unaufgeregt, aber irgendwann nicht mehr zu verbergen. Ernst stellt sich seiner Krankheit und beginnt zu recherchieren. Seine Tochter Katja (Birgit Minichmayr) und ganz besonders sein Sohn Theo (Philipp Hochmair), für die Ernst ihr Leben lang eine starke und autoritäre Vaterfigur war, sind mit der Situation völlig überfordert. Allmählich bemerkt Ernst den Verfall immer mehr. In der Gewissheit, dass er nicht allein ist, konfrontiert er sich mit den Konsequenzen.

Vor und hinter der Kamera agiert ein mehrfach preisegekröntes Ensemble. In den Hauptrollen spielen Klaus Maria Brandauer (derzeit im ÖFI-Kinofilm "Der Fall Wilhelm Reich" zu sehen) und Martina Gedeck ("Die Wand"). In weiteren Rollen sind Birgit Minichmayr, Philipp Hochmair, Regina Fritsch, Carl Achleitner und Andreas Kiendl zu sehen. Das Drehbuch stammt von Regisseur Nikolaus Leytner und Agnes Pluch. Für die Kamera zeichnet Hermann Dunzendorfer verantwortlich.

"Die Auslöschung" ist eine Produktion der Mona Film in Zusammenarbeit mit dem ORF und dem SWR für das Erste, unterstützt durch den Fernsehfonds Austria und die Fernsehfilmförderung des Filmfonds Wien.

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