Hundstorfer: Winter und schlechte Wirtschaftslage bei wichtigen Handelspartnern bringen auch in Österreich hohe Arbeitslosigkeit

Weiterhin niedrigste Arbeitslosigkeit in der EU - Fachkräftepaket nutzen, zur Verbesserung der Chancen am Arbeitsmarkt

Wien (OTS/BMASK) - "Wie jedes Jahr wird mit dem Höhepunkt des Winters auch der Höchststand der Saison- und damit auch Gesamtarbeitslosigkeit erreicht. Ende Jänner sind 2013 338.421 Personen arbeitslos vorgemerkt, das sind um 20.394 bzw. 6,4 Prozent mehr als im Jänner 2012", berichtete Sozialminister Rudolf Hundstorfer anlässlich der Arbeitsmarktdaten für den Monat Jänner. Nicht zuletzt auf Grund der umfassenden arbeitsmarktpolitischen Unterstützungsprogramme, sei es z.B. für BerufseinsteigerInnen, WiedereinsteigerInnen oder auch für ältere Arbeitskräfte kann der österreichische Arbeitsmarkt trotz der ungünstigen internationalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seine Sonderstellung weiter behaupten. Mit aktuell 4,3 Prozent ist die Arbeitslosigkeit mit Abstand die geringste in der Europäischen Union und die Jugendarbeitslosigkeit liegt mit 8,5 Prozent an zweiter Stelle hinter Deutschland. Die Zahl der SchulungsteilnehmerInnen ist um neun Prozent auf insgesamt 72.241 gestiegen. ****

"21,5 Prozent der Arbeitslosen kommen aus dem besonders witterungsabhängigem Bauwesen. Mit 72.771 Bauarbeitslosen beträgt der Anstieg gegenüber dem Vorjahr 5.821 bzw. +8,7 Prozent. Aber nicht nur die Saison macht dem österreichischen Arbeitsmarkt zu schaffen, vor allem ist es auch die nach wie vor schwache Konjunktur, die den für rückläufige Arbeitslosenzahlen benötigten Zuwachs an neuen Stellen bremst", so Hundstorfer. Mit 22.760 gemeldeten offenen Stellen liegt der Bestand um 2.416 bzw. 9,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Dabei gab es noch in keinem Winter zuvor so viele Beschäftigte wie jetzt. Rund 3,31 Millionen Personen haben in Österreich Ende Jänner einen Arbeitsplatz, das sind um etwa +22.000 bzw. +0,7 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor.

Seit dem Krisenjahr 2009 sind in Österreich 150.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstanden. Da allerdings immer mehr ältere Arbeitskräfte länger am Arbeitsmarkt verbleiben (der Beschäftigungsanstieg geht in Summe allein auf die Altersgruppe 50+)und der Trend zu einer höheren Erwerbsbeteiligung von Frauen weiter anhält übersteigt das zusätzliche Arbeitskräfteangebot diesen Zuwachs an neuen Arbeitsplätzen. Angesichts der bestenfalls verhaltenen Konjunktur unserer Haupthandelspartner und den entsprechend geringen Exportzuwächsen wird sich diese Situation in den nächsten Monaten noch nicht grundlegend ändern. Allerdings sind sich sowohl die Industrieunternehmen als auch die maßgeblichen Forschungsinstitute einig, dass spätestens in der zweiten Jahreshälfte 2013 das Konjunkturbarometer wieder nach oben steigen soll.

Gegenwärtig nimmt in der besonders konjunktursensiblen Arbeitskräfteüberlassung die Arbeitslosigkeit noch um 2.248 bzw. +7,0 Prozent und in der Warenproduktion um 1.906 bzw. +6,5 Prozent zu. Aber auch im Tourismus sowie im Gesundheits- und Sozialwesen steigt gegenwärtig die Arbeitslosigkeit um 2.058 (+6,9 Prozent) bzw. um 2.015 (+12,0 Prozent). Die Männerarbeitslosigkeit nimmt mit +7,3 Prozent stärker als die der Frauen (+4,7 Prozent) zu, demografisch bedingt steigt die Arbeitslosigkeit bei Älteren (+8,9 Prozent) stärker als bei Jugendlichen (+5,3 Prozent). Ende Jänner stehen für 5.170 Lehrstellensuchende (+67; +1,3 Prozent)2.959 gemeldeten offenen Lehrstellen (-247; -7,7 Prozent) zur Verfügung.

Für Arbeitsuchenden gilt es, die Zeit bis zur nächsten Arbeitsaufnahme möglichst sinnvoll zu nutzen und fehlende Qualifikationsanforderungen nachzuholen. Beinahe die Hälfte der vorgemerkten Arbeitslosen (46 Prozent) hat maximal Pflichtschulabschluss - das Risiko arbeitslos zu werden ist für diesen Personenkreis um ein mehrfaches höher gegenüber jenen mit beruflicher Ausbildung. Mit Stand Ende Jänner 2013 haben 72.241 Personen ein Schulungsangebot des Arbeitsmarktservice angenommen, das sind um 5.970 bzw. 9,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Mit dem nunmehr beschlossenen Fachkräftepaket wurden die Möglichkeiten zur Höherqualifizierung noch weiter ausgebaut. Damit werden vermehrt Personen mit geringer formaler Qualifikation Unterstützung bei der beruflichen Fortbildung erhalten.

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