LR Ragger: "Lieber eigene selbständige Uni als nur bloßer Wurmfortsatz von Graz zu sein"!

Medizin-Uni eine wichtige strategische Weichenstellung und Frage des Selbstbewusstsein Kärntens

Kärnten (OTS) - "Es ist eine wichtige strategische Frage Kärntens:
Sind wir selbstbewusst genug, um eine eigene private Medizin-Universität zu schaffen oder begnügen wir uns damit, bloß ein Wurmfortsatz von Graz zu sein, womit ein langjähriges Kärntner Schicksal in vielen wirtschaftlichen Bereichen fortgesetzt würde". So kommentiert der Kärntner Bildungsreferent LR Mag. Christian Ragger die heutigen Aussagen von SPÖ-Obmann Dr. Peter Kaiser. "Die SPÖ habe sich klar für die bescheidende Rolle des Anhängsels positioniert und befindet sich weiter im Dornröschenschlaf. Sie bevorzugt ein Projekt, das von 2008 bis 2012, ganze 20 Studierende der Medizin Universität Graz in Anspruch genommen haben. Für eine Handvoll Absolventen pro Jahr unzählige Millionen zu verschwenden, während wir eine eigenständige private Universität favorisieren, das ist an Kurzsichtigkeit der SPÖ wohl nicht zu überbieten", sagte Ragger. Er kritisierte auch, dass Kaiser wie zuletzt in der Pflege-Frage auch in Bezug auf die Medizin-Uni mit haltlosen "Horrorzahlen" operiere.

Es sei auch bezeichnend, dass sich der neue Uni-Rektor Oliver Vitouch mitten im Intensivwahlkampf vor den parteipolitischen Karren der SPÖ spannen lässt. Merkwürdig sei auch, dass Dr. Michaela Moritz, die eigentlich als Expertin,
KABEG-Aufsichtsrätin, Mitglied des Grazer Uni-Rates und Geschäftsführerin von Gesundheit Österreich eine sachlich-neutrale Rolle einnehmen sollte, das Wahlkampflied der SPÖ singe. Hier stelle sich die Frage nach etwaigen Interessenkonflikten.
Die Kooperation mit Graz bedeutet für Ragger, dass Kärnten langfristig von der Möglichkeit medizinischer Forschung im eigenen Land abgeschnitten wird, weil sich diese logischerweise in Graz konzentriert. "Damit verliert Kärnten auch die Aussicht auf zusätzliche Wertschöpfung, die durch die geplanten Projekte im Bereich Nano-Medizin möglich wäre. Die Sigmund Freud Universität, welche die eigenständige Medizin-Uni in Klagenfurt betreiben will, plane eine enge Kooperation mit führenden Unternehmen in Kärnten. Dies stärke der Wirtschaftsstandort Kärnten, verhindere Abwanderung und schaffe Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen", erklärte Ragger.

Auch für den Ärzte-Standort Kärnten habe dieses Thema bedeutende Auswirkungen. "In Kärntens Spitälern arbeiten rund 50 habilitierte Mediziner. Geben wir Ihnen doch die Möglichkeit der Lehre im Land", so Ragger. Die Medizin-Uni bringe auch eine Aufwertung des Klinikums, das den Status einer Universitätsklinik bekomme.

In dem bevorstehenden Wettbewerb um Medizin-Spezialisten haben all jene Regionen, die über eine Medizin-Universität verfügen einen Vorteil, weil sie neben der ureigenen ärztlichen Tätigkeit auch Forschung und Lehre anbieten können", führte Ragger aus. Des Weiteren eröffne eine eigene Volluniversität die Perspektive, dass hier ausgebildete Ärzte im Land weiter arbeiten. "Kärnten täte gut daran, diese beiden Wettbewerbsvorteile zu entwickeln", forderte Ragger.

Schon heute gebe es in Kärnten zu wenige Fachärzte für Anästhesie und Neurologie. Derzeit sei das nur ein Thema, das Fachleute intern diskutieren, aber wenn einmal Patienten den Engpass spüren, werde der Ärztemangel ein ernstes gesellschaftliches Problem. Ein Blick nach Ostdeutschland, wo man heute schon händeringend Mediziner sucht, sollte Mahnung genug sein.

In den nächsten fünf bis zehn Jahren müsse man jedenfalls in einzelnen medizinischen Fachdisziplinen, wie z.B. Neurochirurgie, Urologie oder Psychiatrie mit Versorgungsproblemen rechnen, wenn nicht gegengesteuert werde. Es stellt sich auch die Frage, ob man in Zukunft genügend Landärzte rekrutieren könne.
"Für Kärnten bietet sich jedenfalls als ein Lösungsschritt die Etablierung einer eigenen Medizin-Universität an, an der begabte junge Kärntner dank Stipendien gratis studieren können, führte Ragger aus.

(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Büro LR Mag. Christian Ragger
Tel.: 050536 / 22701

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FLK0007