Saalbach geht ins WM-Rennen

Die Pinzgauer wollen 30 Jahre nach ihrer legendären "Sonnen-WM" wieder Titelkämpfe. Die offizielle Entscheidung darüber fällt schon am Freitag.

Salzburg (OTS/SN) - Saalbach-Hinterglemm will sich wieder um eine alpine Ski-WM bewerben, wie die Salzburger Nachrichten morgen, Mittwoch, exklusiv berichten. ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel zeigt sich durchaus erfreut: "Ich weiß von den Ambitionen der Saalbacher und freue mich, dass sie nun den Schritt auch tatsächlich machen. Saalbach ist als Kandidat höchst willkommen, denn die WM 1991 war ja unvergesslich."
Der frühestmögliche Zeitpunkt für eine WM wäre 2021. Nach Schladming in diesem Jahr sind ja die Titelkämpfe 2015 an Beaver Creek (USA) und 2017 an St. Moritz vergeben, 2019 gilt Cortina als Favorit. Für die WM 2021 zeichnet sich jedoch ein harter inner-österreichischer Kampf ab: Wie berichtet, wird sich der Arlberg bewerben, dazu die Region Brixental, die jedoch als aussichtslos gilt, weil man hier die WM auf mehrere Orte aufteilen will. Das könnte auch der Nachteil von St. Anton/Lech werden, da zwei Zielstadien und jeweils komplette TV-Übertragungen an zwei Strecken gewaltige Kosten verursachen.
Die FIS wird die WM 2021 bereits in zwei Jahren vergeben. Die Bewerber müssen aber schon zuvor die Unterlagen samt den Garantien abgeben. Saalbach könnte dadurch in Zeitnot geraten, denn politische Garantien sind erst nach der vorgezogenen Landtagswahl am 5. Mai 2013 denkbar.
Treibende Kraft der Saalbacher Bewerbung ist Bartl Gensbichler, der Präsident des Salzburger Skiverbands und Inhaber einer Skischule in Saalbach-Hinterglemm. Der Gemeinderat steht dem Vorhaben ebenso positiv gegenüber wie Albert Schwaighofer und Hubert Unterkofler vom Tourismusverband. Saalbachs Bürgermeister Peter Mitterer (ÖVP) will mit der offiziellen Bekanntgabe der Bewerbung aber noch zuwarten. "Die Unterschriften auf dem Bewerbungsdokument werden erst am Freitag geleistet. Bis dahin sollte man noch zuwarten", sagte Mitterer. Saalbach-Hinterglemm war bereits einmal WM-Austragungsort. Die Veranstaltung von 22. Jänner bis 3. Februar 1991 ging wegen der durchgehenden Schönwetterperiode als "Sonnen-Ski-WM" in die Geschichte ein. Aus österreichischer Sicht waren die Titelkämpfe mit fünf Goldmedaillen auch aus sportlicher Sicht außergewöhnlich erfolgreich. Allerdings brachte der Bau der Umfahrungstunnels für Saalbach und Hinterglemm die Gemeinde an den Rand des Ruins.
Gut 20 Jahre später ist man sich in Saalbach-Hinterglemm aber weitgehend einig, dass die Titelkämpfe 1991 dennoch ein Glücksfall für die Region waren. Jetzt will man die WM erneut als große weltweite Werbebühne nutzen. Große Investitionen in die sportliche Infrastruktur wären nach Ansicht Gensbichlers nicht erforderlich. "Wir haben ja alles. Daher sind auch keine großen Eingriffe in die Natur zu befürchten", betont Gensbichler. Die Ski-WM, argumentiert man im Pinzgau, böte zudem die Chance, die Verkehrsanbindung zu verbessern. Die Beseitigung der beiden Nadelöhre Lofer und Saalfelden steht auf der Wunschliste aller Pinzgauer Politiker ganz oben.
Massives Interesse an der Austragung einer alpinen Ski-Weltmeisterschaft besteht auch in Flachau. Das bestätigt Bergbahnen-Chef Ernst Brandstätter. Allerdings hält er es angesichts der vielen ungeklärten Fragen in Zusammenhang mit der Salzburger Finanzaffäre für angebracht, die Landtagswahl abzuwarten. "Die Wahl wird eine komplette Neukonstellation im Land bringen. Danach ist es gut möglich, dass wir ins WM-Rennen gehen. Wer jetzt schon mit dem Ansinnen einer WM-Kandidatur kommt, der wird nicht ernst genommen", meint Brandstätter.

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