GRAS: Ministerrat beschließt nicht durchdachte UG-Novelle

Riskanter Schnellschuss auf Studierwillige

Wien (OTS) - "SPÖ und ÖVP tätigen mit diesem Beschluss einen riskanten Schnellschuss", kommentiert Viktoria Spielmann (Grüne und Alternative StudentInnen) den heutigen Beschluss des Ministerrats zur Novelle des Universitätsgesetzes. "Obwohl noch völlig unklar ist, wie die Zugangsbeschränkungen aussehen sollen, werden nun politische Spielchen auf dem Rücken der Studierenden getestet.", ist Spielmann erbost.

Unbeantwortet lassen Wissenschaftsminister Töchterle (ÖVP) und Wissenschaftssprecherin Kuntzl (SPÖ) die Frage, wer diese Verfahren bezahlen soll. Entwicklung, Planung und Durchführung der Tests können Millionen kosten. Geld, das den ohnehin chronisch unterfinanzierten Unis an anderen Stellen fehlen wird. Es ist zu befürchten, dass diese Kosten - wie schon an den Medizinunis - auf die Studierenden abgewälzt werden. "Das würde zu einer doppelten sozialen Selektion und Elitenbildung führen", führt Viktoria Spielmann aus: "An den Medizinuniversitäten hat sich der Anteil an Studierenden aus bildungsfernen Schichten seit der Einführung der Aufnahmetests halbiert. Dies droht nun in weiteren 39 Studien!"

Wie sich das Wissenschaftsministerium die Umsetzung der Zugangsbeschränkungen vorstellt, bleibt ebenfalls unklar. "Die Prüfungsliteratur muss mindestens vier Monate vor dem Prüfungstermin bekannt gegeben werden. Angesichts der erst jetzt beginnenden Vorarbeiten, wird sich dies wohl kaum für die ersten Termine im Juli ausgehen", erklärt Spielmann. "Das Risiko tausende Studierende von den Unis zu drängen ist groß. Wir fordern daher den Nationalrat auf, dieser nicht durchdachten UG-Novelle Ende Februar die Zustimmung zu verweigern", schließt Viktoria Spielmann.

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