Korneuburger Grundwasser: Neue Studie liefert Hinweise auf Gesundheitsgefährdung

GLOBAL 2000 fordert von AGES Rücknahme ihres Unbedenklichkeits-Gutachtens

Wien (OTS) - Vor wenigen Wochen veröffentlichte die AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) ein Gutachten, das dem pestizidkontaminierten Grundwasser in Korneuburg Ungefährlichkeit für den Menschen bescheinigt - selbst Babys könnten laut der AGES täglich 0,75 Liter des kontaminierten Grundwassers konsumieren, obwohl der Pestizidgrenzwert mehr als tausendfach überschritten wird. Eine von der Stadt Korneuburg beauftragte und an der FH Technikum Wien durchgeführte Studie spricht eine andere Sprache.

Die FH Technikum Wien entnahm insgesamt 20 Wasserproben aus 16 Probenentnahmestellen und untersuchte deren Wirkung auf zahlreiche Testorganismen wie Algen oder Wasserpflanzen sowie deren Effekte auf menschliche Zellen. Die Ergebnisse sind eindeutig: "Als Trinkwasser ist das Korneuburger Grundwasser definitiv nicht mehr geeignet. Diese Mischung aus Pestiziden und anderen Schadstoffen lieferte in den Versuchen mit menschlichen Zellen Hinweise auf hormonelle Wirksamkeit, und damit auf eine potentielle Gesundheitsgefährdung für den Menschen", warnt Dr. Franz Tatzber, Autor der an der FH Technikum Wien durchgeführten Studie.

Elisabeth Kerschbaum, Umweltstadträtin der Stadt Korneuburg, zeigt sich vom Ergebnis der Studie erschüttert, aber nicht überrascht: "Die Menschen in Korneuburg sind verunsichert. Zu oft hatten sich Aussagen der Behörden im Nachhinein als unzutreffend erwiesen. Dass nun Grundwasser, das mehr als tausendfach über dem Grenzwert mit Pestiziden belastet ist, unbedenklich sein soll, hatte die Skepsis weiter vergrößert. Jetzt haben wir jedenfalls Klarheit darüber, dass dieses Wasser nicht mehr genutzt werden darf, bis die Sanierung abgeschlossen und das Korneuburger Grundwasser wieder sauber ist."

Hans Peter Hutter, Umweltmediziner und Sprecher der "ÄrztInnen für eine gesunde Umwelt" schließt an: "Vor allem die in der neuen Untersuchung gefundenen Hinweise auf hormonell wirksame Chemikalien im Korneuburger Grundwasser geben Anlass zur Sorge: Chemikalien mit hormoneller Wirksamkeit können bereits in niedrigsten Konzentrationen störend in den Hormonhaushalt des Körpers eingreifen. Besonders gefährdet sind Schwangere und Neugeborene - jene Neugeborenen, denen laut AGES-Gutachten das kontaminierte Wasser bedenkenlos verabreicht werden kann."

Helmut Burtscher, Biochemiker und Pestizidexperte von GLOBAL 2000 ergänzt: "Das human-toxikologische Gutachten der AGES weist eklatante inhaltliche Schwächen auf. Es entspricht nicht dem Stand der Wissenschaft, und verstößt auch gegen das Vorsorgeprinzip. In den Augen von GLOBAL 2000 gefährdet es auf fahrlässige Weise die Gesundheit der Menschen in Korneuburg, indem es diese dazu verleitet, früher oder später ihr vermeintlich unbedenkliches Hausbrunnenwasser wieder zu trinken - Wasser, das noch auf Jahre hinaus kontaminiert sein wird."

Die Bezirkshauptmannschaft Korneuburg hatte das Unbedenklichkeits-Gutachten der AGES vorige Woche unter den niedergelassenen Ärzten des Bezirks verbreitet. GLOBAL 2000 wendet sich nun in einem offenen Brief an die AGES und an Gesundheitsminister Stöger: Darin werden die Schwächen und Mängel der AGES-Bewertung detailliert beschrieben und die AGES dazu aufgefordert, zur sachlichen Kritik von GLOBAL 2000 Stellung zu nehmen und ihr fehlerhaftes Gutachten binnen zwei Wochen zu revidieren bzw. zu korrigieren.

Weiterführende Informationen (Studie FH Technikum Wien, Gutachten der AGES, Offener Brief an die AGES) unter www.global2000.at

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