AK Studie: Online-Werbung als Geldfalle für Kids 1

Wien (OTS) - Werbung in Spieleportalen, Apps oder sozialen Netzwerken zielt häufig auf Kinder und Jugendliche ab, die altersbedingt leicht beeinflussbar sind. Schnell kann Online-Werbung zur Kostenfalle werden. Eine neue AK Studie zeigt: Kinder erkennen eine Werbung oft gar nicht als solche, weil sie gut getarnt ist. Wenn sich zum Bei-spiel werbliche mit nicht-werblichen Inhalten im Newsstream von Facebook vermi-schen, können die bezahlten Beiträge von Firmen beim schnellen Überfliegen gleich aussehen wie etwa Beiträge von FreundInnen. "Werbung im Internet kann auch ein gutes Geschäft für Datensammler und Abzocker sein", resümiert die AK.

Layer, Banner, Pop-up, Overlay,... - Online-Werbung kennt kaum Grenzen. "Unseriöse Praktiken sind keine Seltenheit", betont AK Konsumentenschützerin Daniela Zimmer. "Werbung ist oft intransparent, also schwer von den eigentlichen Inhalten zu unterschei-den. Oft lenkt sie auch aufdringlich von den Inhalten ab, etwa durch Blinken, verletzt die Privatsphäre oder ist sogar geeignet, Schadsoftware über Dateianhänge zu verbreiten."

Eine neue AK Studie zeigt: Facebook bietet aktuell 24 Werbeformate an. Lichtgraue "Gesponsert"-Hinweise sind leicht zu übersehen. Bezahlte Firmenbeiträge sehen im Newsstream den FreundInnen-Beiträgen gerade für Kinder extrem ähnlich und haben keinen festen Platz. Werbeanzeigen sind verknüpft mit sozialen Interaktionen der eigenen FreundInnen. Klickt etwa ein Nutzer "Gefällt mir" auf der Seite eines Unternehmens, kann dieses mit dieser "Empfehlung" im FreundInnen-Netzwerk werben: "Freund A und Freund B gefällt das Unternehmen XY" steht dann etwa direkt unter der Werbeanzeige. Die NutzerInnen wissen oft nichts von dieser Werbehilfe.
"Werbung für Datensammler und Abzocker floriert", sagt Zimmer. "Facebooknutzer wer-den beispielsweise durch Gutscheine auf Websites gelenkt, wo Datenfallen und SMS-Mehrwertdienste warten. Zwar verboten, dennoch gelebte Praxis ist der Kauf von "Gefällt mir"-Reaktionen und "Likejacking", ein Schneeballeffekt, durch den NutzerInnen ungewollt etwa betrügerische Angebote empfehlen." Ein kritisches Bewusstsein ist auch bei den an und für sich hilfreichen Produktbewertungen im Netz gefragt: Echte KonsumentInnen sind von Fake-BewerterInnen in der Praxis oft nicht zu unterscheiden.

Einige Spieleportale arbeiten mit Belohnungssystemen: Wer aktiv Werbung konsumiert oder sich etwa auf dritten Webseiten registriert, erwirbt "Spielgeld". Auf bei Kindern be-liebten Spiele-Websites tauchen immer wieder direkte Kaufaufforderungen auf.

Manche App-Spiele sind nach kurzer Spieldauer ohne einen In-App-Kauf nicht mehr nutzbar. Den Erwerb von "Spielgeld" nehmen Kinder oft als Teil des Spiels wahr und nicht als reales Geschäft. In ihrer Spiellaune ist ihnen oft nicht bewusst, dass sie auf einen kostenpflichtigen In-App-Kauf klicken. "In-App-Käufe sind schlicht eine Form, um Gratis-Applikationen zu finanzieren. Dabei werden von den Entwicklern Spielregeln oft nicht beachtet oder Grauzonen von Werberichtlinien ausgelotet", sagt Zimmer.

SERVICE: Die AK Erhebung "Kinder- und Onlinewerbung" finden Sie unter www.arbeiterkammer.at (Forts.)

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