"Parlament im Bild": Ausstellung im Hohen Haus zeigt Pressefotos

12 FotografInnen präsentieren facettenreiche Bilder aus zwei Jahren

Wien (PK) - Vor zwei Jahren lud Nationalratspräsidentin Barbara Prammer zur Premiere: Zwölf Pressefotografen und eine Pressefotografin zeigten erstmals eine Auswahl ihrer besten Werke aus dem Parlament im Hohen Haus. Nun findet die erfolgreiche Schau ihre Fortsetzung: Bis Anfang März werden im Parlament rund 180 Bilder von 12 Presse- und AgenturfotografInnen aus den vergangenen beiden Jahren zu sehen sein.

Die Pressefotos dokumentieren das Geschehen im und um das Parlament in seiner ganzen Dichte und Vielfalt. Sie sind aber mehr als nur authentische Bildberichte. Viele von ihnen erzählen, manchmal mit viel Witz und Ironie, eine ganze Bildgeschichte. Zudem punkten die Bilder mit einer hohen fotografischen Qualität und unterstreichen damit ihren künstlerischen Anspruch.

Dass es für gute Pressefotos nicht genügt, fotografisch perfekte Aufnahmen zu schaffen, davon ist auch der Kommunikationswissenschaftler Fritz Hausjell überzeugt, der sich heute im Rahmen der Ausstellungseröffnung allgemein mit dem Thema Pressefotografie auseinandersetzte. Meuchelfotos gelingen leicht, meinte er, charakteristische Abbildungen erforderten aber viel Rechercheaufwand, Erfahrung und Beharrlichkeit sowie manchmal auch "ein Quäntchen Glück". Wirklich gute Fotos seien oft nur einmal einfangbar, immer wieder sei Reaktionsschnelligkeit gefragt.

Zurückblickend in die Geschichte erinnerte Hausjell daran, dass erst mit dem Aufstieg des Bildmediums Fernsehen Pressefotografie an Bedeutung gewann. Mittlerweile setzen aber auch traditionelle Blätter auf große Fotos, Farbfotos haben, wie Hausjell festhielt, Schwarz-Weiß-Bilder weitgehend abgelöst.

Als Herausforderung für PressefotografInnen sieht Hausjell das verstärkte Reflektieren über ihr fotojournalistisches Handeln. Es gehe darum, eigenen Klischees gegenüber wachsam zu sein, betonte er und verwies in diesem Zusammenhang auf ein entsprechendes Statement des APA-Fotografen Roland Schlager im Folder zur Ausstellung. Hausjell machte etwa darauf aufmerksam, dass man bei der Bebilderung von Artikeln zu Muslimen immer noch sehr häufig auf kopftuchtragende Frauen stößt, obwohl die Mehrheit der in Österreich lebenden Muslima keines trägt. Zudem griff Hausjell ein weiteres Credo von Schlager auf: Es sei wichtig, vorgesetzte Inszenierungen zu durchbrechen, zu umgehen und aufzuzeigen.

Nationalratspräsidentin Prammer rechnete der Kommunikationswissenschaftler hoch an, dass sie dem wiederholt vorgebrachten Ansinnen, die Arbeit der PressefotografInnen im Parlament einzuschränken, deutlich ablehnend gegenüber steht.

Eröffnet wurde die Ausstellung von Parlamentsdirektor Harald Dossi. Er konnte stellvertretend für die erkrankte Nationalratspräsidentin nicht nur zahlreiche Vernissagegäste, sondern auch die FotografInnen selbst begrüßen.

Fotos werden auch auf Videowall im Besucherzentrum gezeigt

Bei der Präsentation der Fotos beschreitet die Ausstellung neue Wege. Anders als bei der Premiere vor zwei Jahren sind es nicht die Ausschusslokale, die mit den Bildern "bespielt" werden. Stattdessen ist ein kleiner Ausschnitt der Werke in der Säulenhalle zu sehen, die sich für einige Wochen in eine besondere Galerie verwandelt. Hoch über Kopf zwischen den Säulen verankert, ziehen zwölf großformatige Fotos die Blicke des Besuchers unweigerlich auf sich. Parallel dazu wird eine umfangreiche Werkauswahl der 12 FotografInnen auf Bildschirmen sowie auf der Videowall im Besucherzentrum gezeigt. Auf diese Weise ist die Fotoschau auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.

Im Rahmen der Ausstellung gezeigt werden Fotos von Heinz-Peter Bader (Reuters), Matthias Cremer (Der Standard), Leonhard Foeger (Reuters), Helmut Fohringer (APA), Robert Jäger (APA), Herwig Prammer (Reuters), Hans Punz (dapd/AP), Roland Schlager (APA), Georges Schneider (photonews.at), Lilli Strauss (dapd/AP), Walter Wobrazek (profil) und Ronald Zak (dapd/AP). Zur Ausstellung ist auch ein eigener Folder erschienen. (Schluss) gs

Hinweis: Fotos von der Vernissage finden Sie im Fotoalbum auf www.parlament.gv.at.

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