EGB-Konferenz: Schulz: Europa braucht starke Gewerkschaften

Jugendarbeitslosigkeit ist eine Schande und inakzeptabel

Madrid (OTS/ÖGB/EGB) - Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments gratulierte eingangs dem Europäischen Gewerkschaftsbund zu seinem Jubiläum: "Der EGB ist eine Organisation, die wir in diesen Tagen mehr denn je brauchen", so Schulz. "Die Gewerkschaftsbewegung hat eine zentrale Rolle, ohne die Kraft der Gewerkschaften wird es keinen sozialen Ausgleich in Europa geben - und ohne diesen Ausgleich wird unsere Gesellschaft kaputt gehen." Daher sei die Rolle der Gewerkschaften bei der Bewältigung der Krise von zentraler Bedeutung.++++

"Im reichsten Kontinent der Erde sind mehr als 50 Prozent der jungen Menschen arbeitslos", so Schulz. "Das ist eine Schande und völlig inakzeptabel. Erstes Ziel von Gewerkschaften, Parlamenten, Politkern muss es sein, Jobs für junge Leute zu schaffen, denn das ist unsere Zukunft." Zum im Sommer 2012 beschlossenen, 120 Milliarden Euro Beschäftigungspaket sagte Schulz: "Es genügt nicht, 120 Milliarden Euro zu beschließen, man muss dann auch konkret investieren. In Bildung, Ausbildung, allem voran in Arbeitsplätze für die Jugend." Das sei kein Widerspruch zur Notwendigkeit von Budgetdisziplin. Europa brauche wohl Budgetdisziplin, sagte Schulz, "aber wir brauchen auch Investitionen in Wachstum, in die Schaffung von Arbeitsplätzen. Das Argument, Sozialkürzungen sind wichtig für die Investoren und wenn wir genug kürzen kommen sie zurück, ist schlicht falsch. Es gibt tiefe Einschnitte - und die Investoren kommen trotzdem nicht zurück."

"Viele Menschen sind derzeit enttäuscht von Europa, obwohl die Idee an sich immer noch befürwortet wird", sagte Schulz weiters. Die Idee sei gewesen, dass über viele Grenzen hinweg Völker und Staaten sich gemeinsame Institutionen als Rahmen geben, in dem sie ihre unterschiedlichen Interessen ausgleichen können. "Mit dieser Idee wird die EU aber nicht mehr verbunden. Ich bin nicht bereit diese Idee aufzugeben, aber ich will die EU verändern."

Schulz nutzte die Gelegenheit auch für starke Kritik am Britischen Premierminister Cameron, der sich kürzlich dafür ausgesprochen hatte, den Binnenmarkt zu vertiefen und zugleich weniger Regelwerk in der EU verlangte. Schulz: "Mehr Binnenmarkt und weniger Regeln, das heißt immer: Mehr Freiheiten für Unternehmen und weniger Rechte für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer."

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