AKV-Präsident Kukacka: Ideologische Instrumentalisierung der Sexualaufklärung statt Werteerziehung

Parlamentarische Anfragebeantwortung zur Sexualkundebroschüre des BMUKK "Ganz schön intim" ist unbefriedigend.

Wien (OTS) - "Es ist beschämend, dass sich Unterrichtsministerin Schmied in einer Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage rühmt, einen gesetzeskonformen Zustand wiederherzustellen. Schmied kündigte hinsichtlich der Sexualbroschüre "Ganz schön intim" an, dass sie die Passagen zu den in Österreich gesetzlich verbotenen Praktiken der Leihmutterschaft und des Samenhandels in dieser Broschüre richtigstellen lassen will", erklärte heute der Präsident der Arbeitsgemeinschaft katholischer Verbände, Helmut Kukacka. Da Schmied offenbar an keine inhaltliche Kurskorrektur denke, sondern die Broschüre nur auf den Boden der Rechtsstaatlichkeit zurückführen wolle, bleibe die AKV bei Ihren grundsätzlichen Vorbehalten gegen diese "angebliche Aufklärungsbroschüre".

"Ganz schön intim" betreibe bedauerlicherweise eine ideologische Instrumentalisierung der zweifellos wichtigen und notwendigen Sexualaufklärung bei Kindern. Die Sexualaufklärung in der Schule und auch die damit verbundene Absicht der Gewaltprävention würden von der AKV zwar als grundsätzlich richtig und notwendig befürwortet. Die vorliegende Broschüre werte aber die von der Mehrheit der Bevölkerung akzeptierte und gelebte klassische Kernfamilie (Vater-Mutter-Kind-Familie) bewusst ab und diskreditiere sie als Lebensform "die sich leider hartnäckig hält". Die Broschüre vermittle Sexualerziehung weitgehend ohne Bezug auf ein Wertesystem oder auf Wertepluralismus. Darüber hinaus sei diese eindeutig tendenziös und zeichne Familienbilder, die die Ausnahme und nicht die Regel seien.

Die AKV bestehe darauf, dass auch Eltern in Erziehungsfragen mitreden und selbstverständlich auch in der Sexualerziehung mitbestimmen können, mit welchen Inhalten Ihre Kinder in der Schule konfrontiert werden. Auch die Menschenrechtskonvention (Artikel 2 1. Zusatzprotokolls der EMRK) garantiere das Recht der Eltern, die Erziehung der Kinder gemäß ihrer eigenen weltanschaulichen Überzeugung sicherzustellen. In dieser Broschüre werde die Rolle der Eltern aber weitgehend negiert, auch bei der Erstellung sei zu keiner Mitwirkung von Elternverbänden und zu keinerlei Abstimmung mit in dieser Thematik erfahrenen Lehrerinnen oder Lehrern gekommen sei.

Die Arbeitsgemeinschaft katholischer Verbände hält daher daran fest, dass die vorliegende Broschüre ihren Zweck als Unterrichtshilfe für Lehrer verfehle und als Unterlage für die Planung eines ausgewogenen, vorurteilsfreien Sexualkundeunterrichts ungeeignet sei. Sie fordere, dass "Ganz schön intim" nicht als Lehrmittel und auch nicht für die Lehrplanung seitens des Unterrichtsministeriums empfohlen werde. Vielmehr solle Unterrichtsministerin Schmied im Dialog mit Schüler-Lehrer- und Elternvertretern einen neuen Anlauf zur Schaffung eines realitätsnahen und praxisorientierten Unterrichtsmittels für die Sexualkundeerziehung unternehmen. Dieses müsse altersgerecht sein und im Einklang mit dem Erlass des BMUKK zur Sexualkundeerziehung stehen, indem es heißt, dass Sexualkundeerziehung, Werterziehung sein müsse und die unterschiedlichen Wertvorstellungen unserer pluralistischen Gesellschaft im Geiste gegenseitiger Achtung darzulegen und zu besprechen sind. Unterrichtsministerin Schmied brauche sich also nur an ihren eigenen Erlass zu halten und mit den Betroffenen den Dialog zu suchen, schloss der Präsident der Arbeitsgemeinschaft katholischer Verbände Helmut Kukacka heute, Montag.

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