EGB-Konferenz: Gewerkschaften weisen sozialen Weg aus der Krise

EGB verlangt Sozialpakt, DGB legt Marshallplan vor

Madrid (OTS/ÖGB/EGB) - Bei der Konferenz der Gewerkschaftsspitzen in Madrid wiesen die GewerkschafterInnen Wege aus der Wirtschaftskrise, die nicht Arbeitslosigkeit und damit mehr Probleme zur Folge haben, sondern die von sozialen, von beschäftigungsschaffenden und wachstumsankurbelnden Maßnahmen geleitet sind. Mit dem Sozialpakt des EGB und dem Marshallplan des DGB liegen Vorschläge vor, die alle eines zum Ziel haben: Aus der EU wieder ein Europa der Menschen zu machen, wo ihre Bedürfnisse mehr zählen als die der Finanzmarktakteure.++++

"In einem von Globalisierung geprägten Umfeld können wir unsere Probleme nicht national lösen, wir bekennen uns daher zur europäischen Union", sagte Bernadette Ségol, Generalsekretärin des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB). "In der Krise hat aber leider der Markt überhand genommen und die soziale Dimension der EU überdeckt. Das muss umgekehrt werden, die soziale Dimension ist untrennbarer Bestandteil der EU. Die EU darf kein Instrument zum Abbau des Sozialmodells sein, sondern sie muss es ausbauen und stärken." Ségol präsenteierte zum 40 Geburtstag des EGB auch ein neues Logo.

Angesichts der wachsenden Ungleichheit, der Zunahme der Armut, rasant steigender Arbeitslosenzahlen, und der bisher unzureichenden Lösungen all dieser Probleme verlangt der EGB einen Sozialpakt für Europa. Vorrang für soziale Grundrechte vor wirtschaftlichen Freiheiten, Stärkung des sozialen Dialogs, gerechte Löhne, Tarifautonomie, Regeln zur Sicherstellung eines regulierten, soliden und transparenten Finanzsektors im Dienste der Realwirtschaft, gerechte Besteuerung von Vermögen, entschlossene Maßnahmen gegen Steuerbetrug, Steuerflucht, Spekulation - das sind einige Elemente im EGB-Sozialpakt.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat einen Vorschlag für ein Konjunktur-, Investitions- und Aufbauprogramm für Europa unterbreitet. "Angesichts der knappen natürlichen Ressourcen, der sozialen Schieflage, der wachsenden Arbeitslosigkeit, der demographischen Herausforderungen und der steigenden Wissens- und Technologieintensität des Wirtschaftens muss sich Europa neu aufstellen und seine Stärke für eine bessere, sozialere, prosperierende, demokratische und friedliche Zukunft mobilisieren", so der DGB. Kurzfristige Konjunkturentwicklung und längerfristiges Wachstumspotenzial würden eng zusammenhängen, gefragt sei eine politische Strategie, die beides berücksichtige. In diesem Verständnis sei der Marshallplan entstanden, er verstehe sich als ein auf 10 Jahre angelegtes Investitions- und Aufbauprogramm für alle EU-Länder.

INFO:

Der EGB wurde 1973 in Brüssel gegründet, damals gehörten ihm 17 Gewerkschaftsverbände an die rund 30 Millionen Beschäftige vertraten, der ÖGB war Gründungsmitglied. Heute sind 85 Gewerkschaftsdachverbände aus 36 Staaten Europas im EGB vereint, 60 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden durch die größte politische Organisation Europas vertreten.

www.etuc.org

EGB-Sozialpakt für Europa: http://www.etuc.org/a/10049

DGB-Marshallplan für Europa unter http://www.dgb.de/-/5Vx

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