Österreichs Einzelhandel mit nominellem Umsatzplus und mehr Beschäftigten stabiler Wirtschaftsfaktor

WKÖ-Lorentschitsch: Entwicklung im Einzelhandel 2012 relativ konstant: nominelles Umsatzwachstum + 1,1%, realer Umsatzrückgang -1,0% - Dennoch mehr Beschäftigte

Wien (OTS/PWK031) - "Der stationäre Einzelhandel in Österreich hat im Jahr 2012 ein nominelles Umsatzplus von +1,1% erzielt. Das zeigt eine weiterhin stabile Entwicklung des Privatkonsums. Real kam es durch Preisanstiege, die allerdings unter der allgemeinen Inflationsrate lagen, zu einem Umsatzminus von 1,0%", so Bettina Lorentschitsch, Obfrau der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), heute, Donnerstag, vor Journalisten. Gemeinsam mit Handelsforscher Peter Voithofer (KMU Forschung Austria) präsentierte die Handelsobfrau Kennzahlen und Details zur Entwicklung des österreichischen Einzelhandels im abgelaufenen Jahr 2012. Absolut betrug der Umsatz im stationären Einzelhandel in Österreich in diesem Jahr rund 52,8 Milliarden Euro.

Weiter große Unterschiede in Hinblick auf die nominelle Umsatzentwicklung

Trotz der insgesamt positiven nominellen Umsatzentwicklung im Gesamtjahr 2012 zeigt sich weiterhin eine starke Polarisierung zwischen den Einzelhandelsgeschäften: 23% der Standorte mit einem Umsatzwachstum von mehr als 10 % stehen 22 % mit Rückgängen von mehr als 10% gegenüber. Insgesamt war der Anteil der Geschäfte mit einem Plus (45%) in etwa gleich hoch wie mit einem Minus (46 %).

Erfreulich: Zahl der Einzelhandelsbeschäftigten 2012 gestiegen

Im österreichischen Einzelhandel waren im Jahresdurchschnitt 2012 rund 281.000 unselbstständig Beschäftigte (exkl. geringfügig Beschäftigte) tätig, das sind um 0,7% mehr als im Jahr davor.

Schuheinzelhandel und Drogerien/Parfümerien Branchensieger im Jahr 2012

Im Schuheinzelhandel fiel das nominelle Umsatzwachstum mit +4,5% im Jahr 2012 am höchsten aus, gefolgt von den Drogerien und Parfümerien mit einem Plus von +4,0%. Im Sportartikel- und Lebensmitteleinzelhandel waren die Umsatzsteigerungen ebenfalls höher als im Einzelhandel insgesamt.

Real erzielte der Elektroeinzelhandel (inkl. Computer, Foto) - in Folge von Preisrückgängen - das höchste Umsatzwachstum, gefolgt von den Drogerien und Parfümerien. Von den anderen Einzelhandelsbranchen konnte nur der Sportartikelhandel das Umsatzniveau des Vorjahres mengenmäßig knapp übertreffen. Im Schuheinzelhandel, dem Branchensieger bei nomineller Betrachtung, waren bei realer Betrachtung deutliche Umsatzrückgänge feststellbar. Dies ist auf die vergleichsweise starken Preiserhöhungen im betrachteten Warenkorb dieser Branche zurückzuführen.

Das größte Umsatzminus erzielten sowohl bei nomineller als auch bei realer Betrachtung der Papier- und Bucheinzelhandel sowie der Spielwareneinzelhandel.

Weihnachtsgeschäft 2012: Rekordumsatz des Vorjahres nicht erreicht

Am Jahresende konnte im Weihnachtsgeschäft im Einzelhandel der Rekordumsatz des Vorjahres nicht erreicht werden. Der Weihnachtsumsatz 2012 lag bei zwei Verkaufstagen weniger als im Vorjahr mit 1,52 Milliarden Euro (brutto) um 3 % unter dem Niveau von 2011. Das Weihnachtsgeschäft verlief nach dem 15. Dezember 2012 zwar stark, allerdings etwas zurückhaltender als in den Vorjahren. Mitausschlaggebend dafür könnten auch entsprechend viele Aktionen/Preisabschriften knapp vor bzw. nach dem Heiligen Abend gewesen sein. Branchensieger im Weihnachtsgeschäft 2012 waren der Schuheinzelhandel und Sportartikeleinzelhandel sowie die Drogerien und Parfümerien.

Unterschiedliche Preisentwicklung je Produktgruppe

Die durchschnittlichen Verkaufspreissteigerungen im Einzelhandel fielen im Jahr 2012 - wie schon 2010 und 2011 - mit 2,1% geringer als die Inflationsrate (2,4%) aus. Gegenüber dem Vorjahr hat der Preisauftrieb sowohl im Einzelhandel als auch insgesamt deutlich abgenommen. Zu Preisrückgängen kam es wiederum im Einzelhandel mit Elektrogeräten, Computer und Fotoartikeln.

Blick über die Grenze: Entwicklung in Österreich etwas besser als in den EU-27

Die aktuellen Konjunkturdaten von Eurostat für den Einzelhandel (inkl. Tankstellen und inkl. nicht stationären Einzelhandels) für den Zeitraum Jänner bis November 2012 weisen für Österreich und die EU-27 im März, Mai, Juni und August Umsätze über dem Vorjahresniveau auf. Am höchsten fiel das Wachstum im März aus. Insgesamt war die Entwicklung im Zeitraum Jänner bis November in Österreich etwas besser als im EU-Durchschnitt.

Ausblick 2013: Leichte Konjunkturbelebung

"Wir blicken mit vorsichtigem, aber durchaus realistischem Optimismus auf 201: Nicht nur laut WIFO zeigt der Ausblick auf heuer eine leichte Belebung der österreichischen Konjunktur. Auch das österreichische Bruttoinlandsprodukt soll real um +1,0% wachsen. Die geringe, aber stabile Erhöhung der Konsumausgaben (real +0,7%) und die etwas geringere Inflation (2,1%) deuten auf eine stabile Entwicklung im Einzelhandel im Jahr 2013 hin", so Handelsobfrau Lorentschitsch. Und auch die Einzelhändlerinnen und -händler rechnen laut KMU Forschung Austria großteils mit einem stabilen Geschäftsverlauf. (JR)

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