Ärztekammer fühlt sich durch "Krone"-Umfrage bestätigt

Gesundheitssystem hat höchste Priorität für die Österreicher

Wien (OTS) - Die Ärztekammer fühlt sich in Ihrer Kritik an der Gesundheitsreform durch die heute in der "Krone" veröffentlichte Umfrage zu den wichtigsten Anliegen der Österreicher bestätigt. "Bund, Länder und Sozialversicherung sind am falschen Weg, wenn sie eine Gesundheitsreform ausschließlich auf Kostendämpfungsmaßnahmen aufbauen wollen, während 92,26 Prozent der Österreicher unmissverständlich artikulieren, dass bei der Gesundheit nicht gespart werden dürfe", so der Obmann der Kurie niedergelassenen Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien, Johannes Steinhart.****

Bei der Umsetzung der Gesundheitsreform müsse der Wunsch der Bevölkerung, nicht bei der Gesundheit zu sparen, unbedingt berücksichtigt werden. Insbesondere durch die Kopplung der Ausgabensteigerung an das Wirtschaftswachstum, so wie beschlossen, könnte es bei einer schlechten Entwicklung der Wirtschaft zu Problemen in der Finanzierung der Gesundheitsleistungen kommen, betont Steinhart. Es bedürfe hier einer "Priorisierung der Gesundheitsausgaben", um dem Wunsch der Österreicher auch entsprechend nachzukommen.

In Wien hätte nun vor allem die Wiener Gebietskrankenkasse dem Wählerwunsch entsprechend Rechnung zu tragen, indem sie - gemeinsam mit der Politik - im niedergelassenen Bereich Maßnahmen setze, die auch in Zukunft eine leistungsstarke medizinische Versorgung in der Bundeshauptstadt garantierten.

Keinesfalls dürfe es zu einer Aushöhlung des extramuralen Bereichs kommen. "Wir benötigen in Österreich in etwa 1000 Kassenplanstellen mehr. Auf Wien heruntergebrochen bedeutet das ein Plus von 300 Kassenplanstellen", betont Steinhart. Er verweist hier insbesondere auf die nach wie vor fehlende kinderpsychiatrische Versorgung. Aber auch im Bereich der physikalischen Medizin gäbe es bereits "eindeutige Tendenzen in Richtung Einsparungen". Man werde daher bei den kommenden Verhandlungen mit der WGKK hinsichtlich der zukünftigen extramuralen Versorgung in Wien auf diese beiden Bereiche "besonderes Augenmerk" legen.

Von den Verhandlern der Gesundheitsreform erwartet sich Steinhart, dass sie die eindeutige Willenserklärung der Menschen in Österreich zu Kenntnis nähmen und Maßnahmen für eine "wirkliche Gesundheitsreform" setzten, denn: "Das, was uns die Politik bei der sogenannten Gesundheitsreform verkauft, ist nichts anderes als eine bloße Finanzierungsumverteilung". (hpp)

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