Tiergarten Schönbrunn: Haltungskritik nach Gibbon-Unfall

EndZOO fordert Überprüfung des Primaten-Geheges

Wien (OTS) - Nachdem bekannt wurde, dass im Tiergarten Schönbrunn kürzlich beinahe ein Gibbon im Wassergraben seines Geheges ertrunken wäre, übt die Tierschutzorganisation EndZOO scharfe Kritik am Gehege. Viele menschenartige Primaten können nicht schwimmen und sind aufgrund solcher Wassergräben besonders durch Ertrinken in Zoo-Gefangenschaft gefährdet. Ein Wassergraben der einem Individuum keine Möglichkeit zur Selbstrettung bietet, wie es offensichtlich in Schönbrunn der Fall war, ist nach Meinung der Tierschützer eine mangelhafte Konstruktion und müsse zur Sicherheit der Gibbons sofort überprüft und gegebenenfalls gleich nachgebessert werden.
Zudem plädiert die Organisation im Zusammenhang mit dem Unfall für ein Auslaufen aller Menschenaffenhaltungen in österreichischen Zoo-Gefangenschaften. Ein Auslaufen käme auch der aktuellen Forderung vieler Wissenschaftler nach den "Grundrechten für Menschenaffen" nach und sei auch in Österreich längst überfällig. Dass sich der Tiergarten Schönbrunn dieser ethischen Forderung jedoch verweigere, zeige dieser in seiner Menschenaffenausstellung sehr deutlich. Dieses weltweit diskutierte Thema taucht dort offensichtlich bewusst nicht auf.

"Gibbon-Dame SIBURA hatte wirklich viel Glück, denn Stürze ins Wasser überleben viele ihrer Artgenossen in Zoo-Gefangenschaft nicht. Sie ertrinken qualvoll. Einige Zoos haben daher nach Todesfällen durch Ertrinken sofort reagiert, Fangnetze installiert oder ihre Wassergräben auch ganz beseitigt. Dass sich die Schönbrunner Gibbon-Dame Sibura nicht selbst retten konnte beweist einen klaren Mangel am Wassergraben ihres Geheges", so EndZOO-Sprecher und Zoo-Experte Frank Albrecht abschließend.

Eine Beispielliste von "Todesfällen durch Ertrinken" aus anderen Zoos finden Sie auf unserer Homepage!

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Frank Albrecht
EndZOO Österreich
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Tel. 0650/3218978
E-Mail: kontakt@endzoo.at
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