AK kritisiert Pläne für staatlich geförderte "Zukunftsvorsorge neu" - Konsumenten finden kein Gehör!

Linz (OTS) - Die staatliche Zukunftsvorsorge erweist sich für die Konsumenten/-innen immer mehr als teurer Flop. Deren Interessen scheinen bei den Plänen der Finanzministerin für eine "Zukunftsvorsorge neu" aber keine Rolle zu spielen. "Es sieht nicht danach aus, als wären Verbesserungen für die Konsumenten geplant. Vielmehr wird an einem neuen Verkaufsschlager für die Versicherungsbranche gebastelt", kritisiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Kein Ertrag, keine Mindestrente, keine Ausstiegsmöglichkeiten, keine Transparenz bei Veranlagung und Kosten: Die zentralen Probleme der Konsumenten/-innen mit der staatlich geförderten Zukunftsvorsorge scheinen auch im neuen Konzept nicht angegangen zu werden. Die wesentlichen Kritikpunkte der Versicherungswirtschaft am Altprodukt werden hingegen sehr wohl berücksichtigt: Der verbindliche Aktienanteil und die Beschränkung auf bestimmte Börsenplätze sowie die Kapitalgarantie sollen fallen und die Finanzministerin überlegt, die staatliche Förderung wieder zu erhöhen.

Die ursprüngliche Form der prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge mit verpflichtender Aktienquote und der Anlagebeschränkung auf Börsen, die exakt den Gegebenheiten der Wiener Börse entsprechen, hat sich als Flop erwiesen. Zahlreiche Verträge sind von massiven Wertverlusten betroffen, die bis zum Ende der Laufzeit garantiert nicht mehr aufgeholt werden können. Den Versicherungsnehmern/-innen bleibt nur die Garantie auf das Eingezahlte ohne zusätzlichen Ertrag.

Die bisherigen Änderungen (Änderung der Aktienquote, Einführung eines Lebenszyklusmodells) gehen nicht ausreichend auf die Bedürfnisse der Konsumenten/-innen ein. Für die Versicherungsnehmer/-innen bleibt ein gefördertes Produkt, bei dem der Gesetzgeber je nach Befinden die Förderung reduziert. Sie werden an Verträge gefesselt, bei denen bereits Jahre vor Ende der Mindestbindefrist der Verlust feststeht und bei denen Gesetzgeber bzw. Kontrollbehörde Eingriffe unter dem Deckmantel von Vertragsverbesserungen nicht verhindern.

Jetzt wünscht sich die Versicherungsbranche ein Ende der Kapitalgarantie. Das würde aus allen Versicherungsnehmern/-innen der Zukunftsvorsorge Spekulanten/-innen machen.

"Konsumenten, die mit ihrem Einkommen für einen sorglosen Lebensabend vorsorgen wollen, dürfen nicht - mit staatlicher Unterstützung - für die Profite der Anbieter missbraucht werden. Daher sind endlich verbindliche gesetzliche Bestimmungen notwendig, die auch den Betroffenen Vorteile bringen", fordert der AK-Präsident.

Die Arbeiterkammer fordert daher:
- Beibehaltung der Kapitalgarantie
- Mindestverzinsung
- Garantierte Mindestrenten
- Abschaffung der Mindestbindefrist
- Kostenobergrenzen per Gesetz
- Klare Anlagevorschriften und Kontrollzuständigkeit
- Einheitliche und transparente Vertragsgestaltung
- Keine Eingriffe der Anbieter in laufende Verträge

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Dr. Walter Sturm
Tel.: (0732) 6906-2192
walter.sturm@akooe.at
http://www.arbeiterkammer.com

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO0001