PRO-GE /GPA-djp zu Mitterlehner: Kürzere Arbeitszeiten für mehr Jobs

Gewerkschaften: Statt Flexibilisierung zu Lasten der Beschäftigten Überstunden für Arbeitgeber teurer machen

Wien (OTS/ÖGB) - Dem erneuten Vorstoß von Wirtschaftsminister Mitterlehner im Interview mit den Salzburger Nachrichten nach längeren Durchrechnungszeiträumen und Tageshöchstarbeitszeiten erteilen die Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp eine klare Absage:
"Diese Vorschläge sind weder familienfreundlich noch bedeuten sie eine sinnvolle Flexibilisierung. Fakt ist, dass Österreich bei langen Arbeitszeiten im absoluten Spitzenfeld in Europa liegt", sagen Rainer Wimmer (Bundesvorsitzender der PRO-GE) und Karl Proyer (Stv. Bundesgeschäftsführer der GPA-djp). ++++

Um die Beschäftigung in Österreich zu erhöhen, müssten die regelmäßig geleisteten Überstunden reduziert werden. Allerdings gehe dies nur, wenn Überstunden für Arbeitgeber teurer gemacht werden. "Überstunden werden vom Arbeitgeber angeordnet. Wenn man also Überstunden weniger attraktiv machen möchte, dann müssen sie vor allem für den Arbeitgeber teurer werden", betonen Wimmer und Proyer.

"Anstatt weitere Flexibilisierungen anzustreben, die in Wahrheit Lohnkürzungen und längere, krankmachende Arbeitszeiten für die Beschäftigten bedeuten, ist es Zeit für ein Umdenken in Richtung kürzere Arbeitszeiten. Der Minister verwechselt Wirtschaftspolitik mit einem Wunschkonzert für die Arbeitgeber. Denn geht es nach einigen Vertretern der Industrie, hätten wir immer noch eine Normalarbeitszeit von über 45 Stunden", sagen Wimmer und Proyer.

Bei den Flexibilisierungswünschen der Arbeitgeber gehe es nicht um das Abdecken von Arbeitsspitzen, sondern um die Kosten regelmäßiger Überstundenleistungen der Beschäftigten. Darum sollen diese unter dem Vorwand Flexibilisierung für die Wirtschaft billiger gemacht werden. Für die ArbeitnehmerInnen bedeutet dies, länger Arbeiten für weniger Geld. "Dies ist weder unter wirtschaftlichen noch unter gesundheitlichen Aspekten sinnvoll: Lange Arbeitszeiten machen krank und verhindern, dass mehr Leute in Beschäftigung kommen", erklären Wimmer und Proyer.

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