Neues Volksblatt: "Für das Bessere" von Markus EBERT

Ausgabe vom 19. Jänner 2013

Linz (OTS) - Eines muss man der SPÖ lassen: Sie hat ihre Tiefschläge gegen das derzeitige System von Wehrpflicht und Zivildienst medial gut orchestriert. Von der Säufertruppe über den Zwangsdienst bis hin zu verunglückten Grundwehrdienern wurde nichts ausgelassen, was der Diffamierung des Bundesheeres im Allgemeinen und vieler seiner Repräsentanten im Besonderen Vorschub leisten sollte. Diese Art von alpenländischem Guerilla-Krieg sollte wohl vom Kern der Frage ablenken, die morgen von den Österreicherinnen und Österreichern zu entscheiden ist: Wollen wir eine mehr als ungewisse Zukunft mit den Experimenten Berufsheer und bezahltes Sozialjahr, oder hält man an einem in der Gesellschaft fest verankerten solidarischen System fest.

Aufbauend auf den Vorschlägen der Zilk-Kommission kann ab Montag die Reform des Bundesheeres gestartet werden, wie sie ohnehin im Regierungsübereinkommen festgelegt ist. Dass der SPÖ-Verteidigungsminister diesbezüglich säumig war, darf man nicht dem Bundesheer anlasten. Ein Ja zur Wehrpflicht und damit ein Ja zu Reformen ist freilich mehr als ein Parteienübereinkommen, es ist der Auftrag der Wähler. Und den zu respektieren und umzusetzen haben schließlich beide Regierungsparteien hoch und heilig versprochen. Das Bessere ist der Feind des Guten, heißt es bekanntlich: Wer für dieses Bessere ist, der stimmt morgen für die Wehrpflicht.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001