"Ich war eine Geisel": "Thema" am 21. Jänner in ORF 2

Außerdem: Krank ohne Befund und Wärme für Obdachlose

Wien (OTS) - Christoph Feurstein präsentiert "Thema" am Montag, dem 21. Jänner 2013, um 21.10 Uhr in ORF 2 mit folgenden Beiträgen:

"Ich war Geisel"

"Jetzt kommt alles wieder hoch. Die Todesangst, die wir damals hatten, ist wieder präsent", sagt Wolfgang Ebner. Er und seine Lebensgefährtin waren 252 Tage in der Gewalt von Geiselnehmern in der Sahara. Derzeit befinden sich gleich zwei Österreicher in einer ähnlichen Situation. Ein 36-jähriger Ingenieur aus Niederösterreich wurde in Algerien in einer Erdgasförderanlage gemeinsam mit zahlreichen anderen Mitarbeitern als Geisel genommen. Kurz vor Weihnachten wurde der 26-jährige Arabistik-Student Dominik N. im Jemen entführt. In diesem Land war auch Nina Seisenbacher 1996 in der Gewalt von Entführern und wurde als lebendes Schutzschild verwendet. Wie haben die ehemaligen Geiseln ihre traumatischen Erlebnisse verarbeitet? Franz Normann, Oliver Rubenthaler und Markus Stachl haben recherchiert.

Krank ohne Befund

Maria Russinger litt jahrelang an unerträglichen Schmerzen am ganzen Körper. "Allein, wenn ich mich in der Nacht zugedeckt habe, hat das höllisch wehgetan", erzählt sie. Kein Arzt kann ihr sagen, wo die Ursachen liegen. Für die Oberösterreicherin beginnt eine Odyssee durch Spitäler, ohne Erfolg. Erst Dr. Manfred Stelzig, Leiter der psychosomatischen Station an der Universitätsklinik Salzburg, kann ihr helfen. In einer intensiven Psychotherapie erkennt Frau Russinger, dass ihre Schmerzen vor allem psychische Ursachen haben. Obwohl die Wissenschaft schon längst die Zusammenhänge von Psyche und Körper kennt, reagiert das Gesundheitssystem nicht, kritisiert Primar Stelzig in seinem neuen Buch "Krank ohne Befund". Ganze 117 Betten stehen österreichweit in psychosomatischen Abteilungen zur Verfügung. 20 bis 30 Prozent aller Patienten leiden an Beschwerden, ohne dass eine körperliche Ursache gefunden werden kann. Die Kosten für die Irrwege der Patienten sind obendrein sehr hoch: Psychosomatisch Erkrankte verursachen bis zu vierzehnmal höhere Kosten als der Durchschnittspatient, berichtet Florian Kröppel.

Wärme für Obdachlose

Notquartiere werden eröffnet, Freiwillige helfen in improvisierten Wärmestuben: Der tiefe Winter trifft besonders jene Menschen hart, die kein Dach über dem Kopf haben. 4.500 sind es allein in Wien. Die Schlafmöglichkeiten stoßen an ihre Grenzen, die Caritas teilt schneefeste Schlafsäcke und warmes Essen aus. Johannes Schubert begleitet die sogenannten Nachtstreetworker in versteckte Unterschlüpfe, in denen Menschen trotz Schnee und Kälte ausharren.

Die wunderbare Rettung eines Skigebiets

Jahrzehntelang haben die Tiroler Gemeinden Landeck und Zams eine defizitäre Gondelbahn auf den Hausberg Venet betrieben. Voriges Jahr wollten beide Gemeinden einen Schlussstrich ziehen und das Skigebiet zusperren. Eine Gruppe von Einheimischen wollte das nicht so einfach hinnehmen - und heckten einen Rettungsplan aus. Ergebnis: Bau eines Hundert-Betten-Hotels auf dem Gipfel neben der Bergstation. Gesagt, getan: Architekt, Baumeister, Tischler und andere Freiwillige stellten ihre Arbeitskraft gratis zur Verfügung, sagenhafte 850.000 Euro wurden gesammelt, und kurz vor Weihnachten wurde das neue Haus eröffnet - und es war sofort ausgebucht. Fazit: Mit positiver Energie und Solidarität lässt sich einiges auf die Beine stellen, berichtet Rike Fochler.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

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