"Kulturmontag" am 21. Jänner über Spielbergs Oscar-Anwärter, Köhlmeiers Romanneuling, Hoffmans Regiedebüt u. v. m.

Außerdem: Nachruf auf Louise Martini und "Wiedersehen mit Brideshead" im "art.film"

Wien (OTS) - Martin Traxl präsentiert am 21. Jänner 2013 ab 22.30 Uhr in ORF 2 einen "Kulturmontag", der sich u. a. mit neuer Literatur aus Österreich und Filmnews aus Hollywood befasst. So legt Bestsellerautor Michael Köhlmeier mit dem Roman "Die Abenteuer des Joel Spazierer" demnächst ein Mammutwerk vor, das auf seine ganz eigene Art ein halbes Jahrhundert europäischer Geschichte bewältigt. Dazu ist der Vorarlberger Schriftsteller zu Gast im Studio. Die Sendung befasst sich aber auch mit einem beeindruckenden filmischen Werk: dem preisverdächtigen, zwölffach Oscar-nominerten Historienepos "Lincoln" von Steven Spielberg. Ein weiterer Beitrag ist dem Regiedebüt eines bereits Oscar-gekrönten 75-Jährigen gewidmet:
Hollywoodstar Dustin Hoffman hat mit "Quartett" eine freche Komödie über die Liebe und das Leben gedreht, die nur so vor theatralischem Temperament sprüht. Aus aktuellem Anlass würdigt der "Kulturmontag" außerdem die Bühnen- und Filmschauspielerin Louise Martini in einem Nachruf, in dem auch prominente Persönlichkeiten und Wegbegleiter zu Wort kommen. Und "art.film" zeigt um 23.30 Uhr das britische Drama "Wiedersehen mit Brideshead".

Ein preisverdächtiger Mr. President: Steven Spielbergs Oscar-nominiertes Historienepos über Abraham Lincoln

Ausgerechnet einer von Hollywoods Vorzeige-Demokraten und bekennender Obama-Fan, Steven Spielberg, widmet seinen neuen Film "Lincoln" dem bis heute wohl populärsten republikanischen US-Präsidenten. Der "große Emanzipator", der den Fünf-Dollar-Schein wie auch den Penny ziert, ging als Schlüsselfigur zur Abschaffung der Sklaverei in die Geschichte ein. Mit seiner aufregenden Chronologie der letzten vier Monate im Leben des einflussreichsten Oberhauptes der Vereinigten Staaten realisiert der 66-jährige Kultregisseur einen langgehegten Traum. Seine düstere Parabel über politische Kultur ist ein starbesetztes Schauspielerspektakel, allen voran der zweifache Oscar-Preisträger Daniel Day-Lewis. Für seine brillante Darstellung der Präsidenten-Persönlichkeit ist der britische Schauspieler soeben mit einem Golden Globe ausgezeichnet worden und hat damit beste Chancen auf seinen dritten Academy Award. Für den "Kulturmontag" analysiert Birgitta Bader-Zaar, renommierte Kennerin der US-amerikanischen Geschichte, warum "Lincoln" nach wie vor brandaktuell ist.

Ein Mann ohne Moral: Michael Köhlmeier legt mit "Die Abenteuer des Joel Spazierer" einen dicken Schelmenroman vor

"Abendland" hieß der letzte Großstreich des Vorarlberger Schriftstellers. Seine jüngste literarische Mammuttat hat rund 650 Seiten und eine satte Startauflage von 50.000 Stück. In "Die Abenteuer des Joel Spazierer" bewältigt Köhlmeier ein halbes Jahrhundert europäischer Geschichte. Vor dem Hintergrund einschneidender politischer Umbrüche und Entwicklungen des 20. Jahrhunderts erzählt er von einem, der auszieht, um die Welt das Fürchten zu lehren mit seinem Bekenntnis: "Ich besaß nie den Ehrgeiz, ein guter Mensch zu werden." Michael Köhlmeier stellt in seinem Text grundlegende existenzielle Fragen und bringt die gängigen Vorstellungen davon, was gut und was böse ist, gehörig durcheinander. Denn sein Protagonist ist ein Mörder, Dieb und Lügner, der sich emporschwingt, um das Gewissen der Menschen zu erforschen. Michael Köhlmeier ist dazu live zu Gast im Studio.

Ein Debütant mit 75: Dustin Hoffman präsentiert mit "Quartett" seinen Regieerstling

Mit seiner Teenagerrolle in "Die Reifeprüfung" wurde er weltberühmt und in dem gesellschaftskritischen Scheidungsdrama "Kramer gegen Kramer" heimste er seinen ersten Oscar ein. Dustin Hoffman hat als mehrfach preisgekrönter Charakterdarsteller alles erreicht, die Liste seiner weltberühmten Filme scheint unendlich - und dennoch reitet ihn eine andere Leidenschaft: das Regieführen! Schon 1978 wollte sich der Schauspieler mit dem Ruf eines komplizierten, aber wandlungsfähigen Perfektionisten dieser Herausforderung stellen. Der Gangsterfilm "Die Stunde der Bewährung" sollte sein Debüt werden, doch er bekam es mit der Angst zu tun und feuerte sich selbst! 34 Jahre später sind die Selbstzweifel überwunden und der langgehegte Traum erfüllt. Sein Film "Quartett" feiert am Wochenende in Berlin Premiere - und zwar in der Deutschen Oper. Denn kein Ort könnte für die freche Komödie über die Liebe und das Leben, den menschlichen Geist und das theatralische Temperament geeigneter sein. In einer Residenz für ehemalige Opernsänger wollen die einstigen Bühnenstars ein Konzert zu Giuseppe Verdis Geburtstag veranstalten, um Spendengelder zu sammeln. Oscar-Preisträgerin Maggie Smith mimt eine mit Allüren behaftete Operndiva und bringt die alternde Künstler-Community gehörig durcheinander. Witzig und berührend zugleich erzählt der Film die Geschichte von vier leidenschaftlichen Künstlern, deren Freundschaft durch ihre gemeinsame Liebe zum Applaus neu belebt wird. Der "Kulturmontag" begibt sich auf Spurensuche nach Mailand, wo Giuseppe Verdi 1899 mit seiner "Casa di Riposo" das erste Altersheim für Opernsänger und Musiker begründet hat, weiters auf Lokalaugenschein in das österreichische Pendant, das Hilde-Wagener-Künstlerheim in Baden bei Wien, und bittet den 81-jährigen Neo-Pensionisten Harald Serafin zum Interview.

Der "Kulturmontag" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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