Schönborn: Flüchtlinge in Votivkirche "sind unsere Mitmenschen"

Kardinal distanziert sich in "heute"-Kolumne scharf von "unsäglichem Inserat der FPÖ": Helfer sind keine "Beitragstäter"

Wien, 18.01.13 (KAP) Die Kirche wird weiter solidarisch mit den notleidenden Flüchtlingen in der Votivkirche sein und bei der Asylpolitik "auf notwendige Verbesserungen der Gesetze drängen". Das betonte Kardinal Christoph Schönborn in seiner Freitags-Kolumne für die Gratiszeitung "heute". Die Flüchtlinge seien "keine Verbrecher", stellte er klar. "Sie sind einfach Menschen in Not. Sie sind unsere Mitmenschen." Menschen in echter Not und Gefahr dürften von der Kirche nicht allein gelassen werden, betonte der Wiener Erzbischof. "Das fordert von uns die schlichte Menschlichkeit und das Evangelium Jesu."

Zugleich distanzierte sich Kardinal Schönborn scharf von einem "unsäglichen Inserat der FPÖ" in demselben Blatt, in dem den Flüchtlingen "Asylbetrug" vorgeworfen und deren Helfern "Beitragstäterschaft" unterstellt wird und als "Lösung" des Konflikte "Schubhaft, zwangsernähren und abschieben" gefordert wird. Dagegen "verwehre ich mich hier ausdrücklich", so der Erzbischof, der die teilweise hungerstreikenden Asylwerber in der Votivkirche kurz vor dem Jahreswechsel selbst besucht hatte und sich kontinuierlich über deren Zustand informieren lässt.

Zur Haltung der Kirche wolle er "nochmals klarstellen", so Schönborn: "Wir stehen auf dem Boden der österreichischen Gesetze und machen das auch den Flüchtlingen klar. Wir versuchen, ihnen den Hungerstreik auszureden und sie dazu zu bewegen, die angebotenen Quartiere zu beziehen. Und wir haben uns energisch gegen alle gewendet, die politisches Kapital daraus ziehen wollen, indem sie die Flüchtlinge aufstacheln."

Der Kardinal unterstrich die Absicht der Kirche, weiter mit allen Beteiligten - den Flüchtlingen, der Regierung, den Helfern und "der sehr belasteten Pfarre" - einen "gerechten und menschlichen Weg" zu suchen. Alle, die seit einem Monat zu helfen versuchen, seien keine "Beitragstäter", so Schönborn. Er danke allen, die mit viel Geduld an einer guten Lösung mitarbeiteten. "Und ich bin zuversichtlich:
Wir werden einen gerechten Ausweg aus einer Situation finden, hinter der echte menschliche Tragödien stehen."

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