Volksbefragung (2) - Hundstorfer: Mit freiwilligem Sozialem Jahr weg von der Zwangsverpflichtung

8.000 Mitarbeiter jährlich im Sozialen Jahr vorgesehen - Versorgung des Sozialbereichs mit Beschäftigten abgesichert - Ordnungsgemäßer Dienstvertrag statt Taschengeld

Wien (OTS/SK) - Sozialminister Rudolf Hundstorfer, Verteidigungsminister Norbert Darabos und der Wiener Bürgermeister Michael Häupl haben heute, Donnerstag, noch einmal für die Teilnahme an der Volksbefragung zur Zukunft des Bundesheers mobilisiert. "Wir bekennen uns klar zur Professionalität in der Landesverteidigung, daher ist es notwendig, eine Alternative für den Zivildienst anzubieten. Eine Alternative, reduziert auf den Sozial- und Gesundheitsbereich, also jene Sektoren, in denen es die meisten Zivildiener gibt", erklärte der Sozialminister. 42 Prozent der Zivildiener seien bei Rettungsorganisationen tätig, gefolgt von den Einrichtungen zur Betreuung von Menschen mit Behinderung (20 Prozent). "Die Alternativen für diese wesentlichen Sektoren sollen anderen Grundsätzen folgen als bisher: weg von der Zwangsverpflichtung, hin zum freiwilligen Sozialen Jahr für Männer und Frauen ab 18 Jahren", unterstrich der Sozialminister. ****

"Die Menschen, die ein freiwilliges Soziales Jahr absolvieren, werden dies in einem richtigen Beschäftigungsverhältnis tun. Sie bekommen kein Taschengeld, sondern einen auf zwölf Monate befristeten Dienstvertrag, der an einen Kollektivvertrag gebunden ist", erläuterte Hundstorfer. In diesem Kollektivvertrag seien 110.000 Beschäftigte im Sozial- und Gesundheitsbereich tätig. Für das freiwillige Soziale Jahr sind 8.000 Menschen pro Jahr vorgesehen. Minister Hundstorfer argumentierte, dass es derzeit, wenn man den Zivildienst auf ein Jahr umlegt, rund 9.700 Zivildiener gibt -bereinigt um jene Bereiche, die nicht im Sozialsektor liegen, komme man, so Hundstorfer, zu dem Schluss: "Die Versorgung des Sozial- und Gesundheitssektors mit Beschäftigten ist abgesichert."

"Die Menschen, die sich für diese Bereiche interessieren, erwerben im Sozialen Jahr Qualifikationen, die sie für ihren weiteren Lebensweg mitnehmen können", unterstrich Hundstorfer die Bedeutung einer qualifizierten Ausbildung im Sozialen Jahr. So sollen etwa nach dem Sozialen Jahr Anrechnungen für Berufsausbildungen ermöglicht werden. Bürgermeister Häupl betonte in diesem Zusammenhang - da in Wien vor allem die Frage des Ersatzes für den Zivildienst schlagend werde -, dass nicht nur im Bundesheer, für Katastrophen- oder Auslandseinsätze, sondern auch "in den Spitälern, den Krankenwägen und in Pflegeeinrichtungen Profis gebraucht werden". Dabei gehe es um "harte Berufe", die eine "optimale Ausbildung" erforderten. "Das alles ist möglich mit dem Modell des freiwilligen, bezahlten Sozialen Jahres. Es ist eine attraktive Alternative für Männer und Frauen und wird ordnungsgemäß bezahlt", sagte Minister Hundstorfer.

"Ich kann mit ruhigem Gewissen sagen: 8.000 Menschen für den Gesundheitssektor werden wir finden. In Österreich beginnen rund 92.000 Leute im Jahr im Sozial- und Gesundheitsbereich, zwei Drittel davon kommen aus ganz anderen Berufen und wollen neu in diese zukunftssichere Branche einsteigen", erläuterte der Sozialminister und appellierte an alle Wahlberechtigten, am Sonntag zur Volksbefragung zu gehen und ihre Stimme abzugeben. Er wünsche sich, dass sich so viele Menschen wie möglich beteiligen. (Schluss) bj/mo

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