Pernkopf fordert effizientes System für Lebensmittelbevorratung im Krisenfall

Ölvorrat für bis zu 90 Tage gesichert - Getreide bestenfalls für 50 Tage

Wien (OTS) - Haben wir in Krisensituationen ausreichend Lebensmittel zur Verfügung? Diese Frage stellte das Ökosoziale Forum bei einer Diskussionsveranstaltung zum Thema "Sicherheit beginnt beim Essen". "Zur Zeit gibt es zwar Krisenlager für Öl und Gas, aber keine für Nahrungsmittel. Es gibt nur private Lagerbestände an Getreide, und das auch nicht ausreichend. In konkreten Zahlen heißt das: Wir könnten in absoluten Notsituationen 90 Tage mit dem Auto fahren und heizen, hätten aber nur für 50 Tage etwas zu essen. Ich bin daher für die Einrichtung von staatlichen Notvorräten, die dazu beitragen, schnell auf Mängel in der Versorgung reagieren zu können. Auch eine Kombination aus staatlicher Vorsorge und Absprachen mit Handelsketten, die im Notfall eine bestimmte Menge an Lebensmitteln zur Verfügung stellen müssen", stellte der Präsident des Ökosozialen Forums Stephan Pernkopf klar, der auch den Generalstabschef des Österreichischen Bundesheers Edmund Entacher, Wolfgang Brandhoff vom deutschen Ministerium für Ernährung, Krisenmanagement und Verbraucherschutz sowie den Präsidenten der Landwirtschaftskammer Niederösterreich Hermann Schultes zur Diskussion lud.

Ursachen für eine Versorgungskrise mit Lebensmitteln gibt es laut Entacher viele: Natur- und Umweltkatastrophen, Unfälle in großtechnischen Anlagen wie etwa Atomkraftwerken, Tierseuchen größeren Ausmaßes aber auch Streiks, terroristische Anschläge und Cyberangriffe. "Staatlichen Notvorräte würden dazu beitragen, schnell auf Mängel in der Versorgung reagieren zu können. Darüber hinaus hätten staatliche Vorratsmaßnahmen auch eine andere Wirkung. Würden erst in einer Krisensituation Maßnahmen eingeleitet werden, so hätten diese Signale negative Einflüsse auf das Konsumverhalten. Stichwort:
Hamsterkäufe. Die Krise würde eher noch weiter angeheizt", so Pernkopf weiter.

Die Erdöl-Lagergesellschaft sichert die Strategische Ölreserve. Sie wurde im Jahr 1976 in Folge des ersten Erdölschocks in den Jahren 1973 und 1974 gegründet und verpflichtet die Mitgliedstaaten zu einer Krisenvorsorge für 90 Tage. Vergleicht man dazu die aktuellen Lagerbestände von Getreide, zeigt sich, dass im Jahresschnitt für rund 50 Tage Getreide vorrätig ist. Diese Lager sind allerdings private Lager und entsprechen nicht einer umfassenden Landesverteidigung wie in der Verfassung festgeschrieben. Des Weiteren nehmen die Bestände tendenziell ab.

Deutschland hingegen ist für Versorgungsengpässe gewappnet. Die Ernährungsnotfallsvorsorge ist dort Teil der staatlichen Daseinsvorsorge. Pro Bürger werden 10 kg Lebensmittel - vor allem Weizen, Hafer und Kondensmilch - gelagert.

"Es geht nicht nur um militärische Krisen, sondern vor allem um zivile Notfälle. Am Beispiel Fukushima haben wir gesehen, wie schnell Notfallmaßnahmen notwendig werden können. Auch wir sind von Atomkraftwerken umgeben. Daher besser vorsorgen, als sich im Notfall Sorgen machen zu müssen", so der Präsident abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Ökosoziales Forum
Mag. Annette Weber
Tel. 01/253 63 50-17 u. 0676/3188901
E-Mail: weber@oekosozial.at
www.oekosozial.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OSF0001