- 17.01.2013, 12:40:37
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Pernkopf fordert effizientes System für Lebensmittelbevorratung im Krisenfall
Ölvorrat für bis zu 90 Tage gesichert - Getreide bestenfalls für 50 Tage

Utl.: Ölvorrat für bis zu 90 Tage gesichert - Getreide bestenfalls
für 50 Tage =
Wien (OTS) - Haben wir in Krisensituationen ausreichend Lebensmittel
zur Verfügung? Diese Frage stellte das Ökosoziale Forum bei einer
Diskussionsveranstaltung zum Thema "Sicherheit beginnt beim Essen".
"Zur Zeit gibt es zwar Krisenlager für Öl und Gas, aber keine für
Nahrungsmittel. Es gibt nur private Lagerbestände an Getreide, und
das auch nicht ausreichend. In konkreten Zahlen heißt das: Wir
könnten in absoluten Notsituationen 90 Tage mit dem Auto fahren und
heizen, hätten aber nur für 50 Tage etwas zu essen. Ich bin daher für
die Einrichtung von staatlichen Notvorräten, die dazu beitragen,
schnell auf Mängel in der Versorgung reagieren zu können. Auch eine
Kombination aus staatlicher Vorsorge und Absprachen mit
Handelsketten, die im Notfall eine bestimmte Menge an Lebensmitteln
zur Verfügung stellen müssen", stellte der Präsident des Ökosozialen
Forums Stephan Pernkopf klar, der auch den Generalstabschef des
Österreichischen Bundesheers Edmund Entacher, Wolfgang Brandhoff vom
deutschen Ministerium für Ernährung, Krisenmanagement und
Verbraucherschutz sowie den Präsidenten der Landwirtschaftskammer
Niederösterreich Hermann Schultes zur Diskussion lud.
Ursachen für eine Versorgungskrise mit Lebensmitteln gibt es laut
Entacher viele: Natur- und Umweltkatastrophen, Unfälle in
großtechnischen Anlagen wie etwa Atomkraftwerken, Tierseuchen
größeren Ausmaßes aber auch Streiks, terroristische Anschläge und
Cyberangriffe. "Staatlichen Notvorräte würden dazu beitragen, schnell
auf Mängel in der Versorgung reagieren zu können. Darüber hinaus
hätten staatliche Vorratsmaßnahmen auch eine andere Wirkung. Würden
erst in einer Krisensituation Maßnahmen eingeleitet werden, so hätten
diese Signale negative Einflüsse auf das Konsumverhalten. Stichwort:
Hamsterkäufe. Die Krise würde eher noch weiter angeheizt", so
Pernkopf weiter.
Die Erdöl-Lagergesellschaft sichert die Strategische Ölreserve.
Sie wurde im Jahr 1976 in Folge des ersten Erdölschocks in den Jahren
1973 und 1974 gegründet und verpflichtet die Mitgliedstaaten zu einer
Krisenvorsorge für 90 Tage. Vergleicht man dazu die aktuellen
Lagerbestände von Getreide, zeigt sich, dass im Jahresschnitt für
rund 50 Tage Getreide vorrätig ist. Diese Lager sind allerdings
private Lager und entsprechen nicht einer umfassenden
Landesverteidigung wie in der Verfassung festgeschrieben. Des
Weiteren nehmen die Bestände tendenziell ab.
Deutschland hingegen ist für Versorgungsengpässe gewappnet. Die
Ernährungsnotfallsvorsorge ist dort Teil der staatlichen
Daseinsvorsorge. Pro Bürger werden 10 kg Lebensmittel - vor allem
Weizen, Hafer und Kondensmilch - gelagert.
"Es geht nicht nur um militärische Krisen, sondern vor allem um
zivile Notfälle. Am Beispiel Fukushima haben wir gesehen, wie schnell
Notfallmaßnahmen notwendig werden können. Auch wir sind von
Atomkraftwerken umgeben. Daher besser vorsorgen, als sich im Notfall
Sorgen machen zu müssen", so der Präsident abschließend.
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