AK zu Schneechaos: Arbeitnehmer haben Anspruch auf Entgeltfortzahlung, wenn sie es nicht rechtzeitig zur Arbeit schaffen

Wien (OTS) - Verspätungen wegen Wetterkapriolen sind kein Entlassungsgrund
Bei Straßensperrungen wegen außergewöhnlich starken Schneefällen, haben die Beschäftigten oft keine Chance, zur Arbeit zu gelangen. "Dann muss der Arbeitgeber in den meisten Fällen das Entgelt bezahlen, auch wenn die Beschäftigten nicht am Arbeitsplatz sein konnten", sagt AK Arbeitsrechtsexperte Günter Köstelbauer. Aber Achtung: Die Voraussetzung ist, dass sich der Beschäftigte bemüht hat, trotz Wetterchaos bei der Arbeit zu erscheinen, etwa durch früheres Abfahren oder das Anlegen von Schneeketten. Auch eine längere Wartezeit auf Zug, Bus oder Straßenbahn ist einzurechnen. In der Regel wird schon im Wetterbericht starker Schneefall angekündigt, so dass man rechtzeitig planen kann. Verspätungen wegen des Schneechaos sind aber kein Entlassungsgrund.

ArbeitnehmerInnen sind verpflichtet, alle Ihnen zumutbaren Vorkehrungen zu treffen, um trotz der ungünstigen Schneeverhältnisse pünktlich zur Arbeit zu erscheinen.
Ob eine Maßnahme zumutbar ist, wird im Einzelfall geprüft. Für einen gesunden Arbeitnehmer wird es etwa zumutbar sein, einige Kilometer zu Fuß zur Arbeit zu gehen, wenn die Fahrt mit dem Auto, der Bahn, dem Bus oder der Straßenbahn nicht möglich ist. Der Arbeitgeber muss sofort informiert werden, wenn man es nicht rechtzeitig zur Arbeit schafft.

Sollte ein Arbeitgeber eine Verspätung oder das Fernbleiben zum Anlass für eine Entlas-sung nehmen, ist diese unberechtigt, wenn der Arbeitnehmer alles Zumutbare unternommen hat, um zeitgerecht an den Arbeitsplatz zu kommen.

Der Entgeltanspruch für Angestellte und ArbeiterInnen im Falle von Wetterkapriolen ist unterschiedlich geregelt: Für Angestellte ist im Angestelltengesetz zwingend festgelegt, dass Anspruch auf Entgelt besteht, wenn alles Zumutbare unternommen wurde, um rechtzeitig in die Arbeit zu kommen. ArbeiterInnen haben dann Anspruch auf Entgeltfort-zahlung, wenn der Kollektivvertrag keine abweichende Regelung vorsieht.

Es muss aber kein Urlaubstag genommen werden, wenn durch Wetterkapriolen das Erscheinen am Arbeitsplatz nicht möglich ist.

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