Schultes: Funktionierende Nahrungsversorgung setzt funktionierende und eigenständige Energieversorgung in Katastrophenfällen voraus!

Wem nützt Wehrpflichtdebatte, wenn wir uns in Krisensituationen nicht versorgen können? Ökosoziales Forum fragt nach

Wien (OTS/ÖVP-PK) - In Sachen Sicherheit, Schutz und Hilfe für Bürger und Bürgerinnen geht es auch um Planbarkeit und Zukunftssicherheit. Und die ist mit unserem wenn auch reformbedürftigen Wehrpflichtsystem mit dem wichtigen Zivildienst gegeben. Aber auch bei der Nahrungsversorgung in Katastrophenfällen spielt Planbarkeit und Zukunftssicherheit eine wesentliche Rolle. "Dass eine funktionierende Nahrungsversorgung auch in Katastrophenfällen gewährleistet bleibt, setzt eine verbesserte Vorsorge der öffentlichen Hand voraus. Getreidevorratslager als Mindestvorsorge, wie derzeit bei Öl und Gas, sollte es geben. Eine mittelfristig verbesserte Eigenenergieversorgung der Lebensmittelproduktion ist aktive Krisenvorsorge", sagte ÖVP-Umweltsprecher Abg. Ing. Hermann Schultes gestern, Mittwochabend, im Rahmen einer Veranstaltung des Ökosozialen Forums zum Thema "Sicherheit beginnt beim Essen" in Wien.

Die Ergebnisse der gemeinsamen Agrarpolitik, der völlige Abbau der Überschüsse, haben zu leeren Interventionslagern und einem Ende der öffentlichen Vorratshaltung geführt. Klimawandel, Wetterrisken, AKW-Unfälle können zu echten Verknappungen führen und verlangen aktive Krisenvorsorge. Offene Märkte und die Rohstoffspekulation können extreme Preisausschläge bewirken, die von den Regierungen mangels physisch verfügbarer Mengen nicht mehr gesteuert werden können. Noch immer gilt: Der beste Rat ist der Vorrat. Das gilt auch für die Energieversorgung der Produktion.

"Allein ein Hektar Ölpflanzen sichert die Lebensmittelproduktion von neun Hektar und liefert dazu hochwertiges Eiweißfuttermittel als Basis für weitere Lebensmittelproduktion. Denn es können mit Ölpflanzen zusätzlich zum Eiweiß noch 1000 Liter Pflanzenöl als Treibstoff gewonnen werden, die die Bewirtschaftung der Flächen zur Nahrungsversorgung gewährleisten" führte Schultes aus.

In Österreich gibt es zwar ein Öllager für Krisenzeiten. Die Reserven sind für einen Verbrauch von drei Monate angelegt. "Wenn diese Reserven aufgebraucht sind, Nachlieferungen erschwert und nicht möglich sind, dann steht die Nahrungsversorgung auf Messers Schneide. Ohne Treibstoffversorgung ist Anbau und Bewirtschaftung zur Nahrungsmittelproduktion für die gesamte Bevölkerung fast unmöglich. Daher ist es jetzt wichtig, zukunftssicher für den Notfall vorzusorgen. Deshalb müssen wir heute schon darauf schauen, dass wir nachhaltige erneuerbare und regionale Energieträger wie Pflanzenöl für Lebensmittelproduktion und Treibstoff, Biogas zur Stromversorgung oder Biomasse zur Wärmeversorgung ausbauen, damit wir für kritische Zeiten gewappnet sind", schloss Schultes.
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