Heinisch-Hosek: Berufsheer und freiwilliges Soziales Jahr eröffnen Frauen neue Chancen

Bundesheer im Sinn von Freiwilligkeit, Professionalisierung und Chancengleichheit - Wirtschaftlich nicht nachvollziehbar, System weiterzuführen, das nicht nachhaltig ist

Wien (OTS/SK) - Mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten in Österreich sind Frauen. Sie können somit bei der Volksbefragung am 20. Jänner wesentlich mitentscheiden, ob die Wehrpflicht und der Zivildienst abgeschafft und im Gegenzug ein Profiheer und ein bezahltes, freiwilliges Soziales Jahr eingeführt werden. Das betonte SPÖ-Klubobmann Josef Cap in seinem Begrüßungsstatement zur Podiumsdiskussion "Profiheer und Soziales Jahr: Mehr Chancen für Frauen". Der SPÖ-Parlamentsklub lud gestern, Mittwoch, gemeinsam mit dem Renner-Institut ein, die Position der Frauen in der Wehrdebatte zu diskutieren. "Berufsheer und freiwilliges Soziales Jahr eröffnen Frauen neue Chancen. Die Volksbefragung am 20. Jänner ist somit eine wichtige Weichenstellung für Österreich", betonte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek. ****

"Das Österreichische Bundesheer stellt nach wie vor eine klassische Männerdomäne dar", sagte Heinisch-Hosek. Mit dem Wegfall der Wehrpflicht und der Umstellung auf ein Profiheer ließe sich das allerdings ändern, wie internationale Beispiele zeigen. Die Frauenministerin ist überzeugt, so den Frauenanteil von derzeit lediglich zwei Prozent bei den Kadereinheiten auf bis zu 15 Prozent anheben zu können. Das entspricht etwa dem Frauenanteil bei der Polizei.

Am 20. Jänner bietet sich die Chance, den Zwangsdienst abzuschaffen und das Bundesheer, aber auch den Sozial- und Gesundheitsbereich, für Frauen weiter zu öffnen. Hiervon würden beide Seiten profitieren, "denn immer, wenn Berufe für Frauen zugänglich gemacht wurden, kam es zu Verbesserungen der Arbeitsweisen", so die Frauenministerin. "Wir wollen beides: Wir wollen für Männer und für Frauen Karriere beim Heer ermöglichen. Und wir wollen auch, dass ein freiwilliges Soziales Jahr für Männer und Frauen attraktiv ist", betonte Heinisch-Hosek. Mit der breiten Anrechenbarkeit für nachfolgende berufliche Perspektiven und einer fairen Bezahlung sei dies gewährleistet.

Otto Pendl, SPÖ-Nationalratsabgeordneter und Vizepräsident des Arbeiter-Samariter-Bundes Österreich betonte, dass die SPÖ für eine Modernisierung des Bundesheeres im Sinne von Freiwilligkeit, Professionalisierung, gerechter Bezahlung und Chancengleichheit eintrete. "Überhaupt wurde die Diskussion bisher falsch geführt. Bei der Volksbefragung geht es um eine Militärfrage, um die Sicherheitspolitik und deren Anpassung an die heutige Zeit", betonte Pendl. "Sowohl Militär als auch der Sozialbereich können mit den Modellen von Minister Darabos und Minister Hundstorfer fit gemacht werden für zukünftige Aufgaben und Frauen und Männern adäquate Berufschancen mit entsprechenden Ausbildungsmöglichkeiten bieten."

Auch Gudrun Biffl, Wirtschaftswissenschafterin und Arbeitsmarktexpertin an der Donau-Universität Krems, wies auf die Schwächen des bestehenden Wehrsystems hin: "Es ist wirtschaftlich nicht nachvollziehbar, ein System weiterzuführen, das nicht nachhaltig ist." Die Podiumsdiskussion wurde von der Journalistin Martina Mader moderiert und fand im Palais Epstein statt. (Schluss) mis/bj

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