Neues Volksblatt: "Beigeschmack" von Herbert SCHICHO

Ausgabe vom 17. Jänner 2013

Linz (OTS) - Wie lange brauchen Sie, um Ihren Kontostand abzufragen? Das Land Salzburg hat auf jeden Fall die letzten neun Wochen intensiv daran gearbeitet, die eigene Vermögensgebarung zu durchschauen und noch immer sind wir erst bei einem "Zwischenbericht". Anfang Dezember verkündete SPÖ-Finanzreferent Brenner, dass eine Mitarbeiterin über Jahre hinweg mit Steuergeld spekuliert hat. Am 26. November habe laut Brenner die Referatsleiterin "gestanden, über viele Jahre Buchverluste versteckt zu haben" - geschätzter Schaden 340 Mio. Euro. Gestern wurde nun verlautbart, dass doch kein Verlust, sondern vermutlich sogar ein kleiner Gewinn entstanden ist (Bericht S. 7). Brenner will trotzdem den Hut nehmen, seine Chefin LH Burgstaller sieht den Weg für eine Neubesetzung des Ressorts frei. Ende gut, alles gut? Nein!
Denn es ist mehr als verwunderlich, dass einerseits die Struktur der Finanzgebarung so kompliziert sein soll, dass ein Expertenstab Wochen braucht sie zu durchschauen, aber andererseits eine einzelne Mitarbeiterin dieses komplizierte Geflecht konstruiert haben soll ohne dass irgendjemand Verdacht schöpfte. Eigentlich gibt es nur drei Möglichkeiten: Die zuständigen Politiker hat es nicht interessiert, woher die Kohle kam oder sie haben es nicht verstanden und trotzdem ihren Sanktus gegeben. Oder - so will es die SPÖ Salzburg verkaufen -die Frau ist ein Mozart der Spekulationskunst.

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