PVÖ-Glatz: Keine Entwarnung bei Inflation

Teuerung hausgemacht - Daher Kampf gegen "Österreich-Aufschläge"

Wien (OTS) - Keine Entwarnung an der Preisfront. Gerade im Pensionistenverband Österreichs wird die Preisentwicklung besonders intensiv verfolgt. PVÖ-Konsumentenschützer Dr. Harald Glatz zu den heute veröffentlichten Daten: "Die Preissteigerungen des Jahres 2012 haben 2,4 % betragen. Das ist zwar niedriger als im Vorjahr. Aber:
nur dreimal seit dem Jahr 2000 war die Jahresinflation noch höher als 2012."

"Die Preissteigerungen für Pensionistinnen und Pensionisten, die durch den sogenannten Preisindex für Pensionistenhaushalte eigens ausgewiesen werden, liegen sogar über dem allgemeinen Preisindex, nämlich bei 2,6 % im Jahresschnitt", wies Glatz aus. "Damit ist einmal mehr bewiesen, dass die älteren Menschen von der Teuerung stärker betroffen sind."

Die Preistreiber des Jahres 2012 waren vor allem die Mieten mit 4,4 Prozent plus, Heizöl mit + 8,4 Prozent und Nahrungsmittel mit +3,3 Prozent. Glatz: "Allesamt Produktgruppen, auf die vor allem ältere Personen angewiesen sind. Aus den Untersuchungen der Arbeiterkammer wissen wir, dass vor allem die Mieten bei privaten Vermietern besonders in die Höhe geschnalzt sind."

Für den Pensionistenverband ist völlig unverständlich, dass das Preisniveau in Österreich nach wie vor wesentlich höher ist als Deutschland. "In Deutschland machte die Jahresinflation 2012 'nur' 2 Prozent aus, in Österreich beträgt sie 2,4 Prozent, das ist um ein Fünftel mehr!" Auch im europäischen Vergleich steht Österreich nicht so gut da. Die Inflationsrate des EU-Raums für Dezember wird vom Europäischen Statistischen Amt auf 2,3 Prozent geschätzt, in Österreich macht die Dezember-Inflation 2,8 Prozent aus. Für Glatz eindeutige Beweise, dass es den "Österreich-Aufschlag" tatsächlich gibt.

Der Pensionistenverband fordert:

- Wohnen muss leistbar sein! Daher sind klare Mietobergrenzen bei den privaten Mieten unerlässlich. Der Wildwuchs mit den unüberschaubaren Zu- und Abschlägen beim Richtwertmietzinssystem muss beseitigt werden. Dazu bedarf es eindeutiger Zu- und Abschlagsregeln im Mietrechtsgesetz, und diese sind zu begrenzen - auf höchstens 20 Prozent des Richtwertes.

- Auch wenn der Nationalrat kürzlich anders entschieden hat, fordert der Pensionistenverband im Rahmen einer Novelle die Beweislastumkehr. "Sie ist angesichts der nach wie vor hohen Energiepreise dringend notwendig. Denn mit dem Instrument der Beweislastumkehr müssen die Energie-Anbieter darlegen, wie sie zu ihren Preisen kommen", so Glatz.

- Weg mit den Österreich-Aufschlägen in Supermärkten und Drogeriemärkten! Wie zigfach von der Arbeiterkammer in Tests bewiesen, sind völlig identische Produkte in Deutschland teils erheblich billiger als in Österreich. Die Wettbewerbsbehörde ist hier viel zu wenig aktiv. "Wir fordern scharfe Preiskontrollen und Sanktionen für Preissünder", so PVÖ-Konsumentenschützer Dr. Harald Glatz abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

GS Andreas Wohlmuth, Tel.: 01-31372-30, presse@pvoe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PVO0001