Wlodkowski: Wehrpflicht stärkt Solidarität der gesamten Gesellschaft

Landwirtschaftskammern sprechen sich für Beibehaltung der Wehrpflicht aus

Wien (OTS) - "Auch in Zukunft werden die Bewohner des ländlichen Raumes mit vielfachen Gefahren leben müssen und sind im Katastrophenfall auf Hilfe angewiesen. Selbst wenn derzeit mit keiner militärischen Bedrohung zu rechnen ist, sind es die stark zunehmenden Naturkatastrophen, die Sorge bereiten. Nach Überschwemmungen, Murenabgängen, Lawinen, Stürmen oder Hagelschlägen wollen die Menschen am Land sicher sein können, dass auf breiter Front helfende Hände anpacken. Das ist aber nur dann garantiert, wenn in Österreich für die jungen Männer auch weiterhin die Pflicht zur Solidarität besteht. Ein klares Bekenntnis zu einer modernisierten und reformierten Wehrpflicht ist daher die beste Versicherung für die ländlichen Regionen Österreichs. Eine Pflicht, dem Staat und seinen Menschen unter neuen, verbesserten Bedingungen ein halbes Jahr zu dienen, Solidarität zu üben, in welcher Form auch immer, ob als Grundwehr- oder als Zivildiener, ist für jeden jungen Mann kein Verlust von Lebenszeit, sondern ein Gewinn für das ganze Leben", erklärte im Namen aller Landwirtschaftskammer-Präsidenten Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK Österreich, zur bevorstehenden Volksabstimmung über die Wehrpflicht.

140 Zivildiener auf Bauernhöfen

"In wenigen Tagen (20.01.2013) können die Wähler darüber abstimmen, ob die jungen Männer der Republik Österreich auch in Zukunft als Soldat oder als Zivildiener zur Solidarität mit der Gesellschaft verpflichtend beitragen sollen oder ob den militärischen Teil dieser Aufgabe ein international vergleichbar bezahltes Berufsheer und die zivilen Aufgaben eine marktgerecht entlohnte Hilfsorganisation übernehmen soll. Dadurch jedoch entstehen für die Solidarität Probleme: Wie lange werden sich unbezahlte Freiwillige finden, wenn daneben voll entlohnte Helfer ihre Tätigkeit verrichten? So gibt es auf jenen österreichischen Höfen, die von einem großen Unglück und einer persönlichen Katastrophe heimgesucht worden sind, derzeit rund 140 Zivildiener pro Jahr. Ohne Wehrpflicht gibt es jedoch auch keine Verpflichtung zum Zivildienst und viele der 140 Höfe müssten dann vergeblich auf Hilfe von außen warten; oder sehr viel Geld aufbringen, um professionelle Hilfe einzukaufen. Geld, das meist nicht vorhanden ist. Daher sprechen sich die Landwirtschaftskammern für eine Beibehaltung der Wehrpflicht aus", so Wlodkowski weiter.

Solidarität nicht zerstören

"Nur wenn alle Helfer aus dem Geist der Solidarität heraus zusammenstehen, sei es als Grundwehr- oder Zivildiener oder als Freiwilliger in einer Hilfsorganisation, ist im Falle des Falles ein breiter Einsatz vieler Hilfskräfte sicher. Wer die Solidarität aus diesem Kontext herauslöst und die Hilfe, die Unterstützung, den Einsatz für den Nächsten den Marktmechanismen unterwirft, höhlt sie aus und zerstört sie letztlich. Die Wehrpflicht hingegen stärkt die Solidarität der gesamten Gesellschaft", stellte Wlodkowski abschließend fest.
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