EU-Projekt analysiert Bürokratieauswuchs

Projekt PV GRID bestätigt Handlungsbedarf beim Abbau von Hindernissen bei der Errichtung von Photovoltaik-Anlagen

Wien (OTS) - Nach dem Start des europaweiten Projekts PV GRID im vergangenen Jahr können erste Ergebnisse der überarbeiteten online-Datenbank präsentiert werden. Ein grafischer und tabellarischer Vergleich von Projektzeiten für die Planung und Errichtung einer Photovoltaik-Anlage (PV) innerhalb der Länder der Europäischen Union wird hiermit ermöglicht.

In zahlreichen Gesprächen mit PV-Anlagenerrichtern und Projektentwicklern sammelte und analysierte der Bundesverband Photovoltaic Austria (PVA) (Projektleitung: DI Vera Liebl) Informationen und Aussagen zur Bürokratie bei der PV-Anlagenerrichtung. Die gewonnenen Ergebnisse werden nun übersichtlich in einer Datenbank dargestellt: Für jeden einzelnen Prozessschritt, sei es die Standortwahl der Anlage, die behördliche elektrizitätsrechtliche Genehmigung, das Förderansuchen oder der Anschluss der Anlage an das Stromnetz, können Dauer, tatsächlicher Arbeitsaufwand und Kosten verursacht, durch den administrativen Aufwand, detailliert aufgeschlüsselt abgerufen werden.

Bürokratie in Österreich verlängert Projektzeiten

"Das von der EU finanzierte Projekt zeigt klar auf, wie viel Zeit im Vorfeld einer PV-Anlagenerrichtung in die Behördenwege investiert werden muss", so Hans Kronberger, Präsident des PVA. Je nach Anlagengröße und Bundesland variiert der administrative Aufwand: Für die Planung und Errichtung einer PV-Anlage auf einem Wohngebäude werden im Durchschnitt 20 Wochen benötigt. Davon sind 14 Wochen reine Wartezeit, in der das gesamte Projekt stillsteht. Diese Wartezeit ist bedingt durch die Antworten und/oder Bescheide von Behörden oder Förderstellen (Klima- und Energiefonds). Im Vergleich dazu können in Deutschland PV-Anlagen wesentlich schneller, nämlich in 7 Wochen errichtet werden. Zur Umsetzung größerer PV-Anlagen auf Wohn- oder Firmengebäuden braucht man in Österreich durchschnittlich 45 Wochen. Bis zu 30 Wochen davon sind Wartezeit, die vor allem auf Grund der Notwendigkeit einer elektrizitätsrechtlichen Genehmigung und einer Antwort von der Förderstelle entsteht. In Deutschland können diese Anlagen in neun Wochen errichtet werden. Bei Anlagen auf dem freien Feld ist mit Realisierungszeiten von 70 Wochen oder mehr zu rechnen. Die Wartezeit beläuft sich dabei auf 55 Wochen. Der Hauptgrund für die äußerst langen Realisierungszeiten ist auch hier wieder die elektrizitätsrechtliche Genehmigung. Die Errichtungszeit in Deutschland beträgt 40 Wochen.

Basierend auf dieser umfassenden Darstellung werden im nächsten Schritt Gespräche mit Politikern, Behörden und Entscheidungsträgern geführt, um administrative Prozesse zu reduzieren bzw. optimieren. Angestrebt wird in erster Linie eine Reduktion der Errichtungszeiten, systematischer Bürokratieabbau und eine europäische Vereinheitlichung der Bedingungen.

Um benutzerfreundlicher zu sein, wurde die Datenbank im Zuge des Projekts PV GRID neben einer Aktualisierung auch wesentlich verbessert, vereinfacht und grafisch überarbeitet. Jeder Nutzer kann für jedes der teilnehmenden Länder den Zeitbedarf und die relativen Kosten auf Grund bürokratischer Auflagen für die Errichtung einer PV-Anlage abrufen und mit anderen europäischen Ländern vergleichen.

Während des gesamten Projekts wird die Datenbank regelmäßig aktualisiert und Fortschritte bei der Beseitigung rechtlicher und administrativer Hindernisse beurteilt. Die PV GRID Datenbank kann unter www.pvdrid.eu/database abgerufen werden.

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