Bevölkerung hat zu wenig Gesundheitswissen (2)

Gesundheitskompetenz als Wirtschaftsfaktor

Wien (OTS) - Univ. Prof. MMag. Dr. Gottfried Haber, Leiter des Zentrums für Management im Gesundheitswesen, Donau-Universität Krems:

Verabsäumte Prävention bzw. fehlende Gesundheitskompetenz können gravierende wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen. Im Jahr 2030 wird der schlechte Gesundheitszustand der heutigen Jugend jährliche Mehrkosten von 1,6 Milliarden Euro verursachen, im Jahr 2050 steigt dieser Betrag auf 3,7 Milliarden Euro. Rechtzeitige Vorsorge schon im Kindesalter kann helfen, diesen Betrag einzusparen. Davon profitieren sowohl die Österreicherinnen und Österreicher als auch die Volkswirtschaft, der so Arbeitskräfte erhalten bleiben. Wird nichts unternommen, gehen der Volkswirtschaft durch Arbeitsunfähigkeit, Invalidität und vorzeitigen Tod ab 2050 rund 40.000 Erwerbstätigkeitsjahre verloren.

  • Gesundheit ist ein bislang verkannter Wirtschaftsfaktor - das kann zu Fehlleistungen im System führen bzw. zu hohen Krankheitskosten.
  • Der Anteil der öffentlichen und privaten Gesundheitsausgaben beträgt derzeit etwa 12 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), etwa jeder fünfte Euro an Wirtschaftsleistung wird im Gesundheitsbereich und durch von diesem ausgelösten Wirtschaftsaktivitäten erzielt.
  • In der Planung von Versorgungsstrukturen müssen die langfristigen Folgekosten in Bezug auf Gesundheitskosten, Wertschöpfung und Arbeitsmarkt bedacht werden. Gesundheitsleistungen, die nicht am Markt erbracht werden, produzieren nur scheinbar keine Kosten und können finanziell nicht ausgeglichene Systeme nur eine gewisse Zeit lang scheinbar stabilisieren.
  • Eine vernünftige Planung des Gesamtsystems ist auch insofern problematisch, als über die einzelnen Berufsgruppen im Gesundheitsbereich und deren Beitrag zu Wertschöpfung und Beschäftigung derzeit noch zu wenig statistische Informationen vorliegen.

Die Gesundheitsberufe-Konferenz ist ein Zusammenschluss der gesetzlich geregelten Gesundheitsberufe in Österreich. Ihre 24 Mitglieder sind: Berufsverband der ArztassistentInnen (BdA), Berufsverband Kinderkrankenpflege Österreich, Berufsverband logopädieaustria, Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP), Bundesverband der ErgotherapeutInnen Österreich, Bundesverband der Heilmasseure und medizinischen Masseure Österreichs, Bundesverband der PhysiotherapeutInnen Österreichs -Physio Austria, Dachverband der gehobenen medizinisch-technischen Dienste Österreichs - MTD Austria, Österreichische Apothekerkammer, Österreichische Arbeiterkammer, Österreichische Ärztekammer, Österreichischer Berufsverband der Biomedizinischen AnalytikerInnen -biomed austria, Österreichischer Berufsverband der MusiktherapeutInnen, Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP), Österreichische Gesellschaft für Kardiotechnik, Österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeverband, Österreichischer Gewerkschaftsbund (ÖGB) -Fachgruppenvereinigung für Gesundheitsberufe, Österreichisches Hebammen-Gremium, Österreichischer Verband der HeilmasseurInnen und med. Kneipp-BademeisterInnen, Österreichische Zahnärztekammer, Verband der Diaetologen Österreichs, Verband der Diplomierten medizinisch-technischen Fachkräfte Österreichs (dMTF-Verband), Verband der OrthoptistInnen und Orthoptisten Österreichs - orthoptik austria, Verband der RadiologietechnologInnen Österreichs - rtaustria

http://www.gesundheitsberufekonferenz.at/

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