Schülerunion zu Sprachförderung: Guter Wille reicht nicht, Veränderungen müssen her

Bildungsbericht legt Schwerpunkt auf Sprachförderung - Konkretes lässt auf sich warten

Wien (OTS) - Im Rahmen des nationalen Bildungsberichts, präsentiert durch Bundesministerin Schmied, wurde vor allem auf die Themen Sprachförderung und interkulturelles Lernen eingegangen. Die Schülerunion nimmt dies zum Anlass zu betonen, wie wichtig die Beherrschung der deutschen Sprache für ein erfolgreiches Lernen ist.

"Die Grundlage für eine hochwertige Ausbildung in Österreich bildet die deutsche Sprache. Dennoch wird die Sprachförderung derzeit kaum auf sachlicher Ebene, so zum Beispiel in der Lehrerausbildung, berücksichtigt. Es ist Zeit, dass zu diesem Thema konkrete Schritte vorgenommen werden, statt weiterhin, wie auch heute geschehen, guten Willen dazu zu bekunden", so Bundesobmann Daniel Perschy.

Daher fordert die Schülerunion eine integrative Ausbildung für Lehrpersonen.

Viele Lehrerinnen und Lehrer haben das Problem, nicht zu wissen, wie sie mit Kindern mit Migrationshintergrund in einer Klasse umgehen sollen. Für einen verständnisfördernden Unterricht und Übungen sollen Lehrpersonen im Rahmen ihrer Ausbildung die nötigen Kompetenzen in diesem Bereich bekommen. "Wenn der Lehrer selbst nicht mit der Mehrsprachigkeit umzugehen weiß, wie soll er dann dem Schüler Hilfestellung geben können, sich zu Recht zu finden?", wirft Perschy ein.

Des weiteren fordert die Schülerunion multikulturelle Kindergärten, um die erste frühkindliche Phase des Lernens zu nutzen und den Kindern mit verschiedenen kulturellen Hintergründen Kontakte untereinander zu erleichtern. Dabei lernen auch die Eltern, Vorurteile abzubauen. Damit ein multikultureller Kindergarten möglich ist, soll dies in den Bildungsrahmenplan aufgenommen und die nötigen Rahmenbedingungen (Räume, Ausstattung und dafür ausgebildetes Personal) geschaffen werden.

Zu guter Letzt sind verpflichtende begleitende Deutschkurse sowie ein Intensivjahr zu Beginn der Schullaufbahn unerlässlich. "Das Intensivjahr zu Beginn der Schullaufbahn hilft dem Schüler ein Niveau zu erreichen, auf dem er dem Unterricht folgen kann. Nach dieser ersten konzentrierten Zeit steht einer erfolgreichen Schullaufbahn nichts mehr im Wege", erklärt Perschy. Anschließend folgt ein begleitender Deutschunterricht, der gemeinsam mit dem Schulbesuch den vollständigen und fortgeschrittenen Spracherwerb ermöglicht. Die begleitenden Deutschkurse sollen durchgehend in der gesamten Pflichtschulzeit eingesetzt werden.

Die Schülerunion ist die größte Interessensvertretungsorganisation für Österreichs Schüler. Über 30000 Mitglieder vernetzen sich, um sich auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene für eine Verbesserung der Schule auf Basis der Schülerinteressen einzusetzen. Entsprechende Forderungen bringt die Schülerunion zusätzlich im Rahmen der Bundesschülervertretung (BSV) ein, in der sie in diesem Schuljahr 27 von 29 Mandaten hält.

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