Schmied: "Es ist unsere soziale Verantwortung, alle Kinder mit auf den Weg zu nehmen"

Bundesministerin präsentierte 2. Nationalen Bildungsbericht

Wien (OTS/SK) - Bildungsministerin Claudia Schmied präsentierte heute Montag den 2. Nationalen Bildungsbericht. Zusammen mit der Herausgeberin Mag.a Barbara Herzog-Punzenberger und dem Sprachexperte a.o. Univ. Prof. Alfred Schabmann legte sie die Herausforderungen für das Bildungssystem dar. Schmied betonte dabei den hohen wissenschaftlichen Anspruch und den differenzierten Zugang. "Alle jungen Menschen, die hier leben, gehören zu uns. Es ist unsere soziale Verantwortung, alle mit auf den Weg zu nehmen." Bis März wird eine Gruppe von Expertinnen und Experten ein umfangreiches Konzept vorlegen, das die unterschiedlichen Herausforderungen berücksichtigt. ****

Schmied betonte, dass der Bildungsbericht die Grundlage für die weitere Diskussion zu Bildungsthemen sein soll. Der erste Band eigne sich als Nachschlagewerk zu Zahlen, Daten und Fakten. Der zweite Band biete wissenschaftliche Berichte zu den Themenkomplexen "Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler", "Kompetenzen der Lehrer- und Lehrerinnen und Leitungspersonen", "Chancengerechtigkeit und Mehrsprachigkeit", "Schulformen" und "Neue Steuerungsformen". Die hohe Qualität wird etwa durch ein, den internationalen Standards entsprechendem, Reviewverfahren garantiert.

Barbara Herzog-Punzenberger betonte bei der Vorstellung des Artikels zu Mehrsprachigkeit, dass es viele Faktoren zu beachten gebe. "Ballungsräume oder Land, verschiedene Schultypen, die Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer, aber vor allem die sozio-ökonomische Lage spielen alle eine entscheidende Rolle bei der Förderung von mehrsprachigen Kindern. Ob daheim deutsch gesprochen wird oder nicht sagt noch gar nichts über die Schulleistung aus." Es brauche hier vor allem eine verstärkte Evaluation sowie eine bessere Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer.

Alfred Schabmann wies auf die schwache durchschnittliche Lesekompetenz von Schülerinnen und Schülern in Österreich hin. Besorgniserregend sei hier vor allem der hohe Wert an Schülerinnen und Schülern mit einer sehr schwachen Kompetenz. "Es braucht verstärkte Förderungen zum Erwerb einer grundlegenden Lesekompetenz, aber auch zum Leseverständnis.", sagte Schabmann. Eine verstärkte Evaluierung und eine bessere Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer seien hier von Bedeutung.

Bundesministerin Claudia Schmied folgerte: "Bildung wird vererbt. Das Einkommen und die Schulbildung der Eltern sind noch immer entscheidend für die Schulbildung der Kinder. Bei Kindern mit Migrationshintergrund wird dies oft noch verstärkt. Es braucht hier eine seriöse Herangehensweise." Dabei wies sie auf die bis jetzt gesetzten Schritte hin. Verpflichtendes Kindergarten-Jahr, Deutschförderungen sowie die Schwerpunktsetzung auf Mehrsprachigkeit sollen weiter verstärkt werden.

Der Bericht erscheint im 3-Jahres-Rhythmus und entstand in enger Zusammenarbeit mit 30 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie den Bildungssprecherinnen und Bildungssprechern der Parteien im Nationalrat. Einmal mehr erteilte Schmied einem Missbrauch des Themas eine Absage: "Das ist eine Haltungsfrage. Ich möchte nicht, dass gerade dieses Thema für einen Wahlkampf und zu Abwertung und Diskriminierung missbraucht wird. Dafür ist es viel zu wichtig." Abschließend wies sie darauf hin, dass es bis März ein von Expertinnen und Experten erstelltes Konzept geben werde. "Darin werden kurzfristige Ansätze, die einen schnellen Erfolg bringen vorgestellt, genauso wie mittel- und langfristige Konzepte." Besonders Augenmerk werde dabei auf die Aus- und Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern und der Sprachförderung gelegt, die alle Kinder betreffe, nicht nur jene, die eine andere Erstsprache als Deutsch haben. "Vor allem wollen wir das Interesse der Kinder am Lernen wecken, unabhängig ihres kulturellen und sozi-ökonomischen Hintergrundes". (Schluss) sn/jg

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