Heer-Duell: Faymann und Spindelegger im ÖSTERREICH-Streitgespräch

Der Kampf ums Heer geht weiter. Kanzler und Vizekanzler im großen Sonntags-Duell zur Frage, die Österreich spaltet

Wien (OTS) - Polit-Sensation in der morgen, am Sonntag, erscheinenden Ausgabe der Tageszeitung "ÖSTERREICH". Kanzler Werner Faymann und Vizekanzler Michael Spindelegger haben ihr ORF-Duell zur Heeres-Volksbefragung von Dienstag dieser Woche (Bürgerforum) in eine neue Runde geführt.

Unter der Leitung von "ÖSTERREICH"-Herausgeber Wolfgang Fellner trafen sich Kanzler und sein Vize am Samstag um 10 Uhr im "Kanzler Salon" - und das nur sieben Tage vor der Volksbefragung. Ein emotional geführter, über eine Stunde dauernder, Schlagabtausch, bei dem nochmals die wichtigsten Argumente pro Berufsheer oder pro Wehrpflicht auf den Tisch gelegt wurden.

Kanzler Werner Faymann (SPÖ) über seine Argumente pro Profi-Heer:
"Ich halte es für ein überholtes System und bin deshalb für eine Reform durch ein Profiheer. Es hat ja auch die ÖVP mit ihren Ministern keine Reform der Wehrpflicht zustande gebracht. Auch unsere Polizei ist aus dem Volk und für das Volk - und die ÖVP kommt nicht auf die Idee, eine allgemeine Polizeipflicht zu fordern. Unsere Polizei besteht nur aus Profis und macht ihren Job hervorragend. Und unser neues Heer ist so konzipiert, dass es mit Profimiliz und Zeitsoldaten natürlich Menschen aus allen Berufen hat. Ich weiß auch, dass es bei den Österreichern ein großes Bedürfnis gibt, sich in puncto Sicherheit auf Profis zu verlassen. Wir haben keinen Kalten Krieg mehr - wir müssen uns auf neue Bedrohungen und Herausforderungen vorbereiten: Friedensmissionen, Cyber-War, Terrorismus. Und das mit Profis."

Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) über seine Argumente für eine Wehrpflicht: "Die Wehrpflicht ist das einzige System, das gewährleistet, dass wir ein Heer aus dem Volk für das Volk haben. Alles andere ist Abenteuer! Ein Heer, das nur noch aus Berufssoldaten besteht, halte ich persönlich für gefährlich. Das Argument, wir müssen etwas Bewährtes verändern, weil sich alles ändert, halte ich für falsch. Nur weil andere Unsinn machen, müssen wir nicht in dieselbe Falle tappen. Bestes Beispiel: Vor Jahren haben alle gesagt, die Atomkraft ist die beste und sauberste Erfindung aller Zeiten. Wir haben nicht auf die Atomkraft gesetzt - und heute nach Fukushima wissen wir: Das war sehr gut so."

Das ganze Interview lesen Sie in der morgen, am Sonntag, erscheinenden Ausgabe von "ÖSTERREICH".

Rückfragen & Kontakt:

ÖSTERREICH, Chefredaktion
Tel.: (01) 588 11 / 1010
redaktion@oe24.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FEL0001