Wehrpflicht bedeutet Verlängerung des Wehrdienstes

Rund 200 TeilnehmerInnen bei der FSG-Wien-Konferenz

Wien (OTS/FSG) - "Wer die Wehrpflicht beibehalten will, muss zwangsläufig für eine Verlängerung des Wehrdienstes eintreten. Noch mehr Zeit verschwenden und Geld verlieren? Wer dies will, handelt gegen die Interessen von jungen Menschen", stellte der Vorsitzende der FSG-Jugend Wien, Christoph Peschek, bei der heutigen FSG-Wien-Konferenz "Profiheer und Sozialjahr", fest. FSG-Wien-Frauenvorsitzende Renate Anderl meinte: "Zwangsdienste sollten im 21. Jahrhundert keinen Platz mehr haben, sie sind nicht nur für die Betroffenen frustrierend, sondern kosten sie auch noch dazu viel zu viel Geld." Dr. Karl Schmidseder vom BM für Landesverteidigung und Sport und Mag. Joachim Preiss vom BM für Arbeit, Soziales und KonsumentInnenschutz leiteten die Konferenz ein.++++

"Während der Wehrpflicht ist man oftmals vom sozialen Umfeld ausgeschlossen. Je nach Standort erschwert diese eine Liebesbeziehung, Freundschaftspflege oder auch das Familienleben. Zusätzlich wird das Engagement in freiwilligen, politischen Organisationen, im Gemeinwesen oder auch die sportliche Betätigung eingeschränkt. Natürlich ist auch die Weiterentwicklung im Beruf oder in der Bildung gehemmt", so Peschek. Insgesamt kostet also ein sinnentleerter Wehrdienst der Gesellschaft rund 430 Millionen Euro und rund fünf Prozent vom Lebensverdienst der betroffenen Jugendlichen. Allein während der Wehrpflicht hat beispielsweise ein zukünftiger Angestellter der Metallindustrie einen Verlust von 7.780,20 Euro.

Anderl: "Zwangsdienste sollten im 21. Jahrhundert keinen Platz mehr haben, er ist nicht nur für die Betroffenen frustrierend, sondern kostet den jungen Männern auch noch dazu viel zu viel Geld. Geld, das sie in dieser Zeit nicht verdienen können." Das Sozialjahr mit angemessener kollektivvertraglicher Entlohnung schaffe dagegen sowohl für Frauen als auch für Männer die Möglichkeit, ihr soziales Engagement in einer sozialversicherungsrechtlich abgesicherten Form auszuüben. "Das ist gerecht", so Anderl.

Peschek: "Faktum ist auch, dass der demografische Wandel vor der Wehrpflicht und dem Zivildienst nicht stoppen wird. Für die Wehrpflicht sind jährlich rund 21.800 Personen notwendig, doch bereits im Jahr 2015 wird diese Zahl an jungen Männern unterschritten. Wer also die Wehrpflicht beibehalten will, muss zwangsläufig für eine Verlängerung eintreten. Noch mehr Zeit verschwenden und Geld verlieren? Wer dies will, handelt gegen die Interessen von jungen Menschen."

Anderl: "Ich bin selbst Mutter eines Sohnes, der erst vor ein paar Jahren seinen Präsenzdienst geleistet hat und nach dem Grundwehrdienst, nach Schneeschaufeln in Kärnten, als sogenannter Systemerhalter im Küchendienst eingesetzt wurde. Mir wurde nicht klar, welche zusätzlichen Qualifikationen er für sich dabei erwerben hätte sollen, welche Ausbildung er genießen sollte, da er ja gelernter Koch ist. Wenn es um Sicherheit geht, wenn es um Katastrophenhilfe geht, dann brauchen wir SpezialistInnen, dann brauchen wir ExpertInnen."

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