Massengräber in Graz: Rekonstruktion von NS-Verbrechen

Die Ereignisse im NS-Lager Graz-Liebenau sind Thema der neuesten Publikation der Historikerin Barbara Stelzl-Marx vom Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung.

Wien (OTS) - Das Lager Graz-Liebenau war im April 1945 eine Zwischenstation der ungarischen Juden auf ihren Todesmärschen vom "Südostwall" in Richtung KZ Mauthausen. Dutzende von ihnen überlebten den Aufenthalt in Graz-Liebenau nicht: Auf Befehl der Lagerleitung mussten die völlig geschwächten jüdischen Zwangsarbeiter im Freien nächtigen, erhielten gänzlich unzureichende Verpflegung und wurden medizinisch nicht mehr versorgt. Mindestens 35 wurden hier erschossen und in Massengräbern verscharrt.

Im Mai 1947 ließ die britische Besatzungsmacht Exhumierungen auf dem ehemaligen Lagerareal durchführen. Im selben Jahr wurde das NS-Verbrechen im Lager Liebenau durch ein britisches Militärgericht untersucht. Zwei der Angeklagten wurden zum Tod verurteilt und hingerichtet.

In ihrer neuesten Publikation "Das Lager Graz-Liebenau in der NS-Zeit. Zwangsarbeiter - Todesmärsche - Nachkriegsjustiz" rekonstruiert Stelzl-Marx die Grazer NS-Lager, das Schicksal der ungarischen Juden in Liebenau, die Ergebnisse der Exhumierungen und das Gerichtsverfahren mit der begleitenden Berichterstattung. Die Basis für ihre wissenschaftliche Recherche liefern internationale Archivdokumente und zeitgenössische Medienberichte. Mit dieser Publikation macht Stelzl-Marx diesen weitgehend unbekannten Teil der Grazer Zeitgeschichte der Öffentlichkeit zugänglich.

Das Werk "Das Lager Graz-Liebenau in der NS-Zeit" entstand im Rahmen der wissenschaftlichen Tätigkeit des Ludwig Boltzmann Instituts (LBI) für Kriegsfolgenforschung in Graz und wurde von der Stadt Graz sowie der Energie Steiermark gefördert. Das LBI Kriegsfolgenforschung ist ein Institut der Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) und Teil des Ludwig Boltzmann Clusters für Geschichte.

Einladung zum Pressegespräch und zur Buchpräsentation


Datum: Mittwoch, 16. Jänner 2013, 11 Uhr



Ort:
Institut für Wirtschafts-, Sozial- und
Unternehmensgeschichte
Universität Graz, Universitätsstraße 15, 8010 Graz
SR 15.24, Bauteil E, 2. Stock, RESOWI-Gebäude

Es sprechen:

- Prof. Dr. Stefan Karner (Vorstand des Instituts für Wirtschafts-,
Sozial- und Unternehmensgeschichte und Leiter des LBI für
Kriegsfolgenforschung)
- Dr. Wolfgang Hölzl (Geschäftsführer des Leykam Verlags)
- Doz. Dr. Barbara Stelzl-Marx (stv. Leiterin des LBI für
Kriegsfolgenforschung).
- Für die Stadt Graz ist Abteilungsvorstand Dr. Peter Grabensberger
anwesend,
- für die Energie Steiermark Dr. Josef Kranz.

Vertreter und Vertreterinnen der Medien sind herzlich eingeladen! Rezensionsexemplare sind vor Ort bei der Buchpräsentation erhältlich bzw. können unter verlag@leykam.com bezogen werden.

Zum Buch:

Barbara Stelzl-Marx
Das Lager Graz-Liebenau in der NS-Zeit
Zwangsarbeiter - Todesmärsche - Nachkriegsjustiz
14,8 x 21 cm, Broschur
96 Seiten, zahlreiche Abbildungen
Euro (A) 17,80; Euro (D) 17,30; sFr 30,30
ISBN 978-3-7011-0254-9
Leykam Verlag

Zur Autorin:

Doz. Dr. Barbara Stelzl-Marx, geb. 1971 in Graz, Zeithistorikerin, stv. Institutsleiterin des Ludwig Boltzmann Instituts für Kriegsfolgenforschung, Graz - Wien - Klagenfurt, und Lektorin an der Karl-Franzens-Universität Graz. Schriftführerin der Österreichisch-Russischen Historikerkommission. Seit 2011 Vizepräsidentin der österreichischen UNESCO-Kommission. Zahlreiche Publikationen, darunter die preisgekrönte Monografie "Stalins Soldaten in Österreich. Die Innensicht der sowjetischen Besatzung".

Über die Ludwig Boltzmann Gesellschaft:

Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) ist eine außeruniversitäre Forschungsorganisation mit Sitz in Wien und betreibt Forschungsinstitute (Ludwig Boltzmann Institute) in den Bereichen der Humanmedizin / Life Sciences sowie der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. Sie initiiert gemeinsam mit akademischen und anwendenden Partnern innovative Forschungsthemen und ist spezialisiert auf translationale Forschung - die Brücke zwischen Grundlagenforschung und Anwendung. So arbeiten in medizinischen Instituten Teams aus Grundlagenforschern und Klinikern in einem Zentrum zusammen und sind dadurch Katalysatoren für die Verbindung von präklinischer Spitzenforschung und klinischer Medizin.

In den geistes- und sozialwissenschaftlichen Instituten werden die interdisziplinär erarbeiteten Forschungsergebnisse in Konferenzen und wissenschaftlichen Veranstaltungen dem Fachpublikum kommuniziert sowie mittels publikumswirksamer Aktivitäten der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Derzeit betreibt die LBG 20 LBI und 5 Cluster mit rund 380 MitarbeiterInnen. Die Einrichtung von Ludwig Boltzmann Instituten (LBI) für eine befristete Laufzeit erfolgt aufgrund von Ausschreibungen mit internationalen Begutachtungsverfahren.

Pressegespräch und Buchpräsentation
"Das Lager Graz-Liebenau in der NS-Zeit"


Vorstellung der neuesten Publikation von Doz. Dr. Barbara
Stelzl-Marx.

Es sprechen:
- Prof. Dr. Stefan Karner (Vorstand des Instituts für Wirtschafts-,
Sozial- und Unternehmensgeschichte und Leiter des LBI für
Kriegsfolgenforschung)
- Dr. Wolfgang Hölzl (Geschäftsführer des Leykam Verlags)
- Doz. Dr. Barbara Stelzl-Marx (stv. Leiterin des LBI für
Kriegsfolgenforschung).
- Für die Stadt Graz ist Abteilungsvorstand Dr. Peter Grabensberger
anwesend,
- für die Energie Steiermark Dr. Josef Kranz.

Vertreter und Vertreterinnen der Medien sind herzlich eingeladen!
Rezensionsexemplare sind vor Ort bei der Buchpräsentation erhältlich
bzw. können unter verlag@leykam.com bezogen werden.

Datum: 16.1.2013, um 11:00 Uhr

Ort:
Institut für Wirtschafts-, Sozial- und
Unternehmensgeschichte Universität Graz SR 15.24,
Bauteil E, 2. Stock, RESOWI-Gebäude
Universitätsstraße 15, 8010 Graz

Rückfragen & Kontakt:

Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung
Doz. Dr. Barbara Stelzl-Marx, Stv. Institutsleiterin
+43 (0) 316 / 822 500
barbara.stelzl-marx@bik.ac.at
http://www.bik.ac.at

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