Neues Volksblatt: "Panik-Index" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 11. Jänner 2013

Linz (OTS) - Die Qualität der Argumente und die Aggressivität im Ton sind in der politischen Debatte ein sicherer Panik-Index. Nimmt man die Aussagen von Bundeskanzler Werner Faymann und des oö. SPÖ-Chefs Josef Ackerl am Mittwoch Abend in Wels als Gradmesser, dann brennt in der SPÖ in Sachen Wehrpflicht-Volksbefragung der Hut.
Ackerl hat in der Wehrpflicht-Dabatte die Nazi-Keule ausgepackt, und Faymann sagte laut OÖN, die ÖVP wolle jungen Menschen den Dienst an der Waffe lehren und "Jäger züchten, die keiner braucht". Der Ackerl-Vergleich ist, unter anderem, unnötig und dumm, und dass die Jäger in der Bundesheer-Debatte ins Faymann'sche Visier geraten sind, ist auch nicht schlüssig. Das wird er vor allem den vielen Jägern in seiner Partei erklären müssen; viel Zeit ist bis zum 20. Jänner nicht mehr.
Vergleicht man die Argumente und den Ton auf dem Neujahrsempfang der ÖVP mit den Rundumschlägen der SPÖ, dann sieht man klar: Die Volkspartei hat gute Argumente für Wehrpflicht und Zivildienst, die sie sachlich vorbringt, während die SPÖ nicht weiß, wie sie den Bürgern ihren plötzlichen Schwenk zum Berufsheer erklären soll. Denn die Suche nach einem Wahlzuckerl ist als Argument zu dünn; das wissen auch die Sozis.
Eine gute Woche hat die SPÖ noch Zeit, Argumente für das Berufsheer zu liefern. Zu befürchten ist aber, dass es in diesem Ton weiter geht.

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