Marietta und Friedrich Torberg-Medaille hat positive Vorbildwirkung

IKG sieht in der wiederkehrenden Kritik an den Wiener Philharmonikern persönliche Animositäten

Wien (OTS) - Mit der Verleihung der Marietta und Friedrich Torberg-Medaille an Prof. Clemens Hellsberg, würdigt die Israelitische Kultusgemeinde seine Verdienste um eine selbstkritische, reflektierte Aufarbeitung der Involvierung der Wiener Philharmoniker in die NS-Zeit. Ein Ergebnis seines Engagements ist ein im Jahr 1992 erschienenes Buch über die Geschichte der Philharmoniker. Darin widmet sich ein ausführliches Kapitel den Wiener Philharmonikern im NS-Staat und wird von Historikern als Pionierwerk eingestuft.

Die Verleihung der Torberg-Medaille hebt die von Prof. Hellsberg unter den gegebenen Umständen Anfang der 1990er Jahre geleistete Arbeit hervor. Bei seinen Recherchen ist er oft an Grenzen gestoßen, die Archive waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht öffentlich zugänglich und die Datenbank mit österreichischen Opfern der Shoah gibt es erst seit ca. 10 Jahren. Derartige Erfahrungen machte auch die Israelitische Kultusgemeinde in den 1990er Jahren, als sie im Zuge der Mauerbach-Auktion-Recherchen am Zugang zu den Archiven scheiterte. Erst mit der Einsetzung der Historikerkommission wurden die Archive geöffnet.

Als Bildungssprecher der Grünen, sollte Abgeordneter Harald Walser eine Vorstellung von der wichtigen Symbolkraft und Vorbildwirkung einer Ehrung wie der Torberg-Medaille haben. Was ihn bei seiner Kritik an der IKG geritten hat, sei dahingestellt. Selbstverständlich erhebt diese Ehrung keinen Anspruch auf eine lückenlose Aufarbeitung und berücksichtigt die zum damaligen Zeitpunkt nicht vorhandenen Möglichkeiten zur Recherche. Die wiederkehrende Kritik von Nationalratsabgeordneten Walser, an der sich dann auch regelmäßig bestimmte Personen beteiligen, lässt auf persönliche Animositäten schließen.

Eine derartige Auseinandersetzung bezüglich der Aufarbeitung des Nationalsozialismus darf jedenfalls nicht dazu führen, eine Medaille, die im Namen von Marietta und Friedrich Torberg verliehen wird, in ihrer Bedeutung zu mindern. Unsere Gesellschaft braucht Menschen mit Mut, Engagement und Zivilcourage und dies wird die Israelitische Kultusgemeinde auch in Zukunft fördern, unterstützen - und auch würdigen.

Oskar Deutsch,
Präsident

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