Berlakovich: 700 Millionen Euro für aktiven Schutz der Bevölkerung vor Naturgefahren

Zusammenspiel der Einsatzkräfte garantiert Soforthilfe im Katastrophenfall

Wien (OTS) - "Wir haben einen "Erste-Hilfe-Kasten" gegen Naturgefahren: Vorbeugen statt reparieren und eine optimale Zusammenarbeit der freiwilligen Einsatzkräfte", betonte Umweltminister Niki Berlakovich heute, Donnerstag, im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bürgermeister Anton Mattle (Galtür) und Bürgermeister Ing. Martin Falk (Gars am Kamp), die von Naturkatastrophen besonders betroffen waren.

Zwischen 1975 und heute sind Naturkatastrophen weltweit um das Fünffache gestiegen, wie die Auswertungen internationaler Datenbanken belegen. Alleine in Europa waren in den letzten 20 Jahren mehr als 29 Millionen Menschen betroffen. Österreich liegt gemessen an den Schäden durch Natureinflüsse weltweit gesehen auf Platz 39 und ist damit relativ sicher.
Berlakovich: "Damit liegen wir im Mittelfeld, aber eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht".

Sofortmaßnahmentopf für unkomplizierte Katastrophenhilfe

Auch in Österreich haben Hochwässer, Murgänge, Lawinen und Sturzfluten in den vergangenen Jahren zum Teil erhebliche Zerstörungen mit Todesopfern und Schäden in Millionenhöhe ausgelöst. "Wir müssen uns darauf einstellen, dass Naturkatastrophen und Wetterextremereignisse weiter zunehmen werden. Die Sicherheit der Menschen in gefährdeten Gebieten hat für mich daher höchste Priorität. Alleine in den letzten fünf Jahren hat das Lebensministerium fast 700 Millionen Euro in den Schutz vor Naturgefahren investiert. Damit konnten rund 7.400 Projekte umgesetzt werden. Mein Ziel ist es, Österreich Schritt für Schritt sicherer zu machen"; erklärt Umweltminister Niki Berlakovich.

"Darüber hinaus habe ich nach den Mur- und Hochwasserereignissen vergangenen Sommer in der Steiermark erreicht, dass ein Sofortmaßnahmentopf für schnelle und unkomplizierte Katastrophenhilfe errichtet wurde. Damit sind 2012 zusätzlich 33 Millionen Euro bereitgestanden, für 2013 kommen aus diesem Topf 25 Millionen Euro", unterstreicht Berlakovich. Insgesamt sind für 2013 für den Schutz vor Naturgefahren 157 Mio. Euro vorgesehen. In den Folgejahren bis 2016 stehen pro Jahr 19 Millionen Euro bereit.

Effektiver Katastrophenschutz nur mit genügend Einsatzkräften möglich

Wir haben bei allen Naturkatastrophen gesehen, dass auch technische Verbauung ihre Grenzen hat. Hier garantieren nur genügend verfügbare Einsatzkräfte, dass den Betroffenen rasch und effektiv geholfen wird", streicht Berlakovich hervor.

"Beim Hochwasser und bei den Muren des Sommers 2005 wären die Schäden an Gebäuden, Infrastruktur und Flur ohne Bundesheer unmöglich in der Kürze der Zeit behebbar gewesen. In nur vier Monaten wurde im Tiroler Oberland mit Unterstützung des Bundesheeres Großartiges geleistet. Großer Vorteil waren die unterschiedlichen Qualifikationen, die regionalen Kenntnisse und die hohe Motivation der Präsenzdiener.Ihre Anwesenheit gab uns das Gefühl, nicht alleine gelassen zu werden.

Die Aufräumarbeiten bis in den Mai hinein waren eine notwendige Unterstützung der Einheimischen und eine psychische Entlastung der Betroffenen", führte Bürgermeister Mattle aus. Auch beim Jahrhundert-Hochwasser in Gars am Kamp 2002 waren von 13.000 Einsatzkräften rund 11.000 Grundwehrdiener im Einsatz.

"Seit damals wissen wir, dass der Kamp auch eine große Bedrohung sein kann, Gars verzeichnete einen Gesamtschaden von fast 41,5 Millionen Euro. Wir haben aber auch große Unterstützung durch die Einsatzkräfte erfahren. Unser größter Feind war der Schlamm, den 90 Prozent der Grundwehrdiener mit Schaufeln beseitigt haben. Zehn Jahre danach kann ich daher sagen: Mit Hilfe der Einsatzkräfte wurde großartiges geleistet", meinte Bürgermeister Falk.

"Wir brauchen Menschen, auf die wir uns verlassen können, die schnell und ausreichend verfügbar sind und die helfen, solange es notwendig ist", betont Berlakovich.

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