AK Studie zu Leiharbeit: Benachteiligung nicht nur bei Entlohnung

Neues Gesetz soll Leiharbeitskräfte mit Stammbelegschaft gleich stellen

Wien (OTS) - Das seit 1. Jänner 2013 geltende neue Arbeitskräfteüberlassungsgesetz (AÜG) soll Leiharbeitskräften eine Gleichstellung gegenüber der Stammbelegschaft bringen. Dass eine Gesetzesänderung längst überfällig war, zeigt die aktuelle Studie "Leiharbeit aus Sicht der BetriebsrätInnen" der Arbeiterkammer Wien:
Unternehmen setzen Leiharbeit längst nicht mehr nur zur Abdeckung von Auftragsspitzen ein. Die Mehrheit von 53 Prozent der befragten BetriebsrätInnen sagen, dass in ihrem Betrieb Leiharbeitskräfte während des gesamten Jahrs eingesetzt werden - oft als ArbeitnehmerInnen zweiter Klasse. Umso wichtiger ist aus Sicht der AK das neue AÜG.

"Leiharbeit ist in vielen Unternehmen keine Ausnahme sondern Dauerzustand geworden", sagt AK Experte Ulrich Schönbauer, Co-Autor der aktuellen Studie der AK Wien "Leiharbeit aus Sicht der BetriebsrätInnen". Dazu wurden 210 BetriebsrätInnen in den Einsatz-Unternehmen befragt. Den ursprünglichen Zweck der Leiharbeit, nämlich die Abdeckung von Auftragsspitzen, sehen nur 39 Prozent als Grund für den Einsatz von Leiharbeitskräften. Eine Mehrheit von 53 Prozent geben an, dass Leiharbeitskräfte überwiegend während des ganzen Jahres eingesetzt werden - oft als ArbeitnehmerInnen zweiter Klasse. Abhilfe schaffen soll das neue Arbeitskräfteüberlassungsgesetz (AÜG), das seit 1. Jänner 2013 gilt.

24 Prozent der BetriebsrätInnen sahen Leiharbeitskräfte bisher sogar bei der kollektivvertraglichen Entlohnung gegenüber der Stammbelegschaft benachteiligt, obwohl es die Pflicht zur gleichen Einstufung bereits vor 2013 gab. Das neue Gesetz soll diesen Missstand abstellen, indem die "Einsatzinformation" vor Beginn jedes Einsatzes auch die Einstufung im Kollektivvertrag des Kunden enthalten muss. Damit soll sich der Anteil der Unternehmen, die sich laut 61 Prozent der BetriebsrätInnen schon bisher an die Regeln hielten, deutlich steigen.

Bei Betriebspensionen gab es bisher keine gesetzliche Gleichstellung. Ab sofort müssen Leiharbeitskräfte nach vier Jahren Einsatz im Betrieb ebenso mit einbezogen werden. Hier sahen 64 Prozent der BetriebsrätInnen aus Betrieben mit Pensionsregelungen Leiharbeitskräfte bisher benachteiligt. (44 Prozent der Befragten gaben an, dass es eine solche in ihrem Unternehmen grundsätzlich nicht gibt.)

Absolut die häufigste Ungleichbehandlung sehen die BetriebsrätInnen beim Zugang zu Weiterbildungsmaßnahmen: 52 Prozent geben an, dass Zeitarbeitskräfte hier gegenüber der Stammbelegschaft das Nachsehen haben. "Es kümmert sich niemand um die Weiterbildung von LeiharbeiterInnen - die Einsatz-Unternehmen nicht, weil sie nur vorübergehend ihre Arbeit in Anspruch nehmen. Und der eigene Arbeitgeber, nämlich die Leiharbeitsfirmen leider meistens auch nicht", so Schönbauer. Seit 1. Jänner 2013 ist der Einsatz-Betrieb verpflichtet, Leiharbeitskräfte ebenso an Weiterbildungsmaßnahmen zu beteiligen, wie die Stammbelegschaft. Auch die Pflichten der Leiharbeitsfirmen zur Weiterbildung ihrer ArbeitnehmerInnen werden ausgebaut.

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