WKÖ gegen Schwarzarbeit, aber nicht auf dem Rücken ehrlicher Unternehmen

Anreize für Unternehmen schaffen statt noch mehr Lasten für Wirtschaft erfinden

Wien (OTS/PWK008) - "Es besteht kein Zweifel, dass Schwarzarbeit bekämpft werden muss, weil sie die öffentliche Finanzierung schwächt und den Wettbewerb verzerrt. Doch dies darf nicht auf dem Rücken der ehrlichen Unternehmen ausgetragen werden", kommentiert Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung für Sozialpolitik in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die Forderung des ÖGB nach neuen Belastungen für Unternehmen und die aktuellen Zahlen zum Pfusch in Österreich.

"Die Steuermoral der österreichischen Betriebe ist sehr hoch, und die heimische Wirtschaft ist die meistkontrollierte in der EU", stellt Gleitsmann klar. Er verweist dabei auf flächendeckende Lohnkontrollen durch Gebietskrankenkassen und Finanzämter sowie empfindliche Verwaltungsstrafen für Unterentlohnung. Zudem gebe es gleich mehrere Bereiche, in denen Unternehmen für Fehlverhalten ihrer Geschäftspartner haften - von der Ausländerbeschäftigung über den Baubereich, den Betriebsübergang bis zur Arbeitskräfteüberlassung.

Aus diesem Grund setzt der Endbericht zum Sozialbetrug der Universität Wien bei den Maßnahmenempfehlungen den Schwerpunkt auf die Optimierung von Abläufen in Kontrolle und Verwaltung und auf bessere Kooperation von Behörden.

"Anstatt dem Packesel Wirtschaft noch mehr aufzulegen, sollte man ehrliche Unternehmen unterstützen und sich Gedanken über die Förderung für noch mehr korrekte Beschäftigung machen", weist Gleitsmann die Forderung des ÖGB nach Ausweitung der Generalunternehmerhaftung zurück und verweist auf die Forderungen der WKÖ nach einem Handwerkerbonus und der Reduktion der Abgabenlast auf dem Faktor Arbeit - Forderungen, die u.a. auch vom "Schwarzarbeitsexperten" Professor Schneider unterstützt werden.

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass die Österreicher den Pfusch oft immer noch als Kavaliersdelikt ansehen. "Der Pfusch wird daher erst dann zurückgehen, wenn auch private Pfuscher und Auftraggeber endlich in die Pflicht genommen werden", ist Gleitsmann überzeugt. (PM)

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