Hundstorfer: Es werden sich genügend Menschen für das bezahlte, freiwillige Soziale Jahr finden

Bundeskanzler Faymann hat klar die Notwendigkeit einer Weiterentwicklung des Zivildienstes zum bezahlten, freiwilligen Sozialen Jahr dargelegt

Wien (OTS/SK) - "Bundeskanzler Werner Faymann hat in der ORF-Sendung "Bürgerforum" gestern klar und überzeugend dargelegt, dass ein bezahltes, freiwilliges Soziales Jahr eine notwendige Weiterentwicklung des Zivildienstes ist", unterstrich Sozialminister Rudolf Hundstorfer am Mittwoch in einer Aussendung. Die demographische Entwicklung spreche eine deutliche Sprache und in einigen Jahren stehen aufgrund des Geburtenrückganges nicht mehr genügend junge Männer zur Verfügung, um eine ausreichende Zahl an Zivildienern bzw. Grundwehrdienern erreichen zu können. "Am bezahlten, freiwilligen Sozialen Jahr können sowohl Männer wie auch Frauen ab 18 Jahren bis zum Pensionsantrittsalter teilnehmen. Es wird daher kein Problem sein, 8.000 Menschen pro Jahr für diese Aufgaben zu finden", ist Hundstorfer überzeugt. ****

Mehr als 90.000 Menschen würden pro Jahr einen Arbeitsplatz im Sozial- bzw. Gesundheitsbereich antreten. Viele könnten ihre ersten Berufserfahrungen in diesen Bereichen dann über ein bezahltes, freiwilliges Soziales Jahr machen. "Ich mache mir auch keine Sorgen, dass durch die Weiterentwicklung des Zivildienstes zu einem Sozialen Jahr das Ehrenamt verschwinden wird und kein Mensch mehr als Freiwilliger zu den Blaulichtorganisationen gehen wird, so wie es die ÖVP unterstellt", so Hundstorfer. Mehr als drei Millionen Menschen in Österreich sind ehrenamtlich tätig, nur ein Bruchteil davon hat zuvor den Zivildienst absolviert. "Das freiwillige Soziale Jahr wird niemanden daran hindern, nach Ende des Jahres weiter als Freiwilliger tätig zu sein. Am Ehrenamt wird sich durch diese Umstellung nichts ändern; wer als Freiwilliger bei der Rettung oder anderen Organisationen tätig sein will, wird es auch nach dieser Systemumstellung machen wollen", sagte der Sozialminister.

Bemerkenswert sei, dass die Innenministerin nun den Vorschlag einbringt, den Zivildienst auch für Frauen und ehemalige Grundwehrdiener auf freiwilliger Basis zu öffnen. Es stellt sich die Frage, ob die ÖVP nun über die Hintertreppe das freiwillige Soziale Jahr mit eher untauglichen Mitteln kopieren möchte, und gibt damit ebenfalls zu, dass aufgrund des Geburtenrückgangs etwas getan werden muss. "Jedenfalls ist dieser Vorschlag der Innenministerin im Unterschied zum Sozialen Jahr unausgegoren und es stellen sich damit wesentlich mehr Fragen als beantwortet werden", schloss Hundstorfer. (Schluss) bj

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