ORF-"Bürgerforum" - BK Faymann: Die neuen Herausforderungen brauchen Profis und Menschen, die sich freiwillig engagieren

"Wir brauchen das Beste für unser Land, geben wir dieser Veränderung eine Chance"

Wien (OTS/SK) - Bundeskanzler Werner Faymann ist gestern, Dienstag, Abend in der ORF-Sendung "Bürgerforum" gemeinsam mit den Wehrsprechern der Oppositionsparteien und dem Vizekanzler Rede und Antwort zur bevorstehenden Heeres-Volksbefragung gestanden. "Wir brauchen das Beste für unser Land, geben wir dieser Veränderung eine Chance", plädierte Werner Faymann dafür, am 20. Jänner bei der Volksbefragung für ein Profiheer und ein Soziales Jahr zu stimmen. Der Kanzler wies darauf hin, dass heute andere sicherheitspolitische Herausforderungen gegeben seien, als noch zur Zeit des Kalten Krieges. "Gäbe es die Wehrpflicht nicht, würde die jetzt jemand einführen? Nein. Wenn man klar weiß, dass etwas in der Vergangenheit richtig war, aber jetzt überholt ist, muss man das ändern." ****

Faymann kritisierte, dass die ÖVP ihr Heeresmodell erst nach der Volksbefragung vorlegen wolle. Zum bezahlten, freiwilligen Sozialen Jahr, als Ersatz für den Zivildienst, sagte der Bundeskanzler: "Wir reden über die Jugend, die braucht keinen Zwang, die kann freiwillig aktiv werden für andere Menschen. Und wenn jemand für andere tätig werden möchte und sich freiwillig dafür entscheidet, dann soll er auch fair dafür bezahlt werden." 14 Mal rund 1.400 Euro sind als Entlohnung für das Soziale Jahr im Modell von Sozialminister Rudolf Hundstorfer vorgesehen.

Weiters würdigte Werner Faymann den großen Verdienst der Freiwilligen Feuerwehren bei der Katastrophenhilfe, deren wichtige Rolle in der bisherigen Debatte noch zu kurz gekommen sei. "Die Feuerwehren brauchen Pioniere, sie brauchen Profis, sie brauchen Menschen, die mit Gerätschaften - wie etwa Helikoptern - umgehen können." Und weiter: "Nennen wir die Dinge beim Namen: Die Wehrpflicht hat sich überholt - wir brauchen Profis, wir brauchen Milizsoldaten, wir brauchen Menschen, die sich freiwillig einsetzen." Cyberkriminalität und andere Anforderungen habe es vor 20, 30 Jahren noch nicht gegeben. "Dafür braucht es jetzt Profis und Fachleute", betonte der Bundeskanzler.

Faymann kritisierte, dass unter ÖVP-Minister Platter die Milizübungen de facto abgeschafft wurden. "Selbst wenn Wehrpflichtige bis zum letzten Tag optimal ausgebildet werden, kommen sie nicht wieder. Keine Bergrettung, kein Spital käme auf Idee, Leute auszubilden und nach der Ausbildung wieder heimzuschicken." In Anbetracht der Tatsache, dass der Grundwehrdienst der Republik rund 200 Millionen Euro koste, sei das besonders inneffizient. "Diese 200 Millionen Euro sind besser in Profis und eine bessere Ausstattung investiert", so Faymann (Schluss) mo/ah

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