"kreuz und quer" am 8. Jänner: "Der Mann mit den 100 Kindern" und "Mit offenen Karten - Neue Wege der Adoption"

Wien (OTS) - "kreuz und quer" - präsentiert von Christoph Riedl -zeigt am Dienstag, dem 8. Jänner 2013, um 22.30 Uhr in ORF 2 die Dokumentation "Der Mann mit den 100 Kindern". Der Filmemacher Vuk Jancic porträtiert einen Vater von mehr als 100 Kindern. Ed Heuben ist seit vielen Jahren als Samenspender tätig und verhilft kinderlosen Ehepaaren, alleinstehenden und lesbischen Frauen zum ersehnten Nachwuchs. Anders als bei anonymen Samenspenden pflegt Ed Heuben Kontakte zu den Müttern und den von ihm gezeugten Kindern. Der Film "Mit offenen Karten - Neue Wege der Adoption" über Frauen, die sich zur offenen Adoption ihres Kindes entschlossen haben, folgt um 23.25 Uhr. Brigitte Wojta stellt Frauen und Männer vor, die nach jahrelangem Warten doch noch Eltern - Adoptiveltern - geworden sind.

"Der Mann mit den 100 Kindern" - Ein Film von Vuk Jancic

Der Niederländer Ed Houben ist Vater von mittlerweile mehr als 100 Kindern. Doch er ist kein Casanova mit unzähligen Liebschaften, er ist seit vielen Jahren als Samenspender tätig. Anfangs spendete er anonym in einer Samenbank. Nachdem mit seinem Sperma 25 Kinder gezeugt worden waren, durfte er - zumindest offiziell - nicht mehr weitermachen. Ed Houben suchte und fand einen Ausweg. Via Internet bietet er seine Dienste an und spendet mittlerweile Sperma für ungewollt kinderlose Paare, für Alleinstehende und auch für lesbische Frauen. Geld nimmt er dafür keines. Er legt jedoch großen Wert darauf, seine Kinder persönlich kennenzulernen, und die meisten wissen auch, dass er ihr leiblicher Vater ist. So veranstaltet Ed Houben jährlich ein großes Familientreffen, an dem viele Mütter mit ihren Kindern teilnehmen. Rechtliche Ansprüche auf Unterhaltszahlungen hat bis jetzt keine der Mütter geltend gemacht.

Samenspende auf diese private Art ist in Österreich nicht erlaubt. Hier ist die künstliche Befruchtung mit Fremdsperma gesetzlich streng geregelt und darf offiziell nur in Kliniken durchgeführt werden. Außerdem ist diese Methode, endlich zu einem Wunschkind zu kommen, nur für Ehepaare oder Paare, die in eheähnlicher Gemeinschaft leben, gestattet. An alleinstehenden oder lesbischen Frauen, auch in eingetragener Partnerschaft, darf keine künstliche Befruchtung vorgenommen werden.

Was Ed Houben dazu antreibt, Paaren und alleinstehenden Frauen zu Nachwuchs zu verhelfen, versucht der Filmemacher Vuk Jancic in seiner einfühlsam gestalteten Dokumentation herauszufinden. Und liefert damit das Porträt eines im Grunde recht schüchternen und einsamen Mannes, dem es bisher nicht gelungen ist, eine dauerhafte Beziehung einzugehen.

"Mit offenen Karten - Neue Wege der Adoption" - Ein Film von Brigitte Wojta

Geschätzte 40.000 Schwangerschaftsabbrüche gibt es in Österreich Jahr für Jahr. Damit zählt Österreich europaweit zu den Spitzenreitern bei Abtreibungen. Dem gegenüber steht der Wunsch zahlreicher Paare, Kinder zu adoptieren. Doch vergleichsweise werden wenige Säuglinge zur Adoption freigegeben. Nicht zuletzt deshalb, weil Frauen, die sich dazu entschließen, ihr Kind zur Adoption freizugeben, gesellschaftlich immer noch als Rabenmütter bezeichnet werden. Schwangere Frauen können sich jedoch in Lebenslagen befinden, in denen sie sich nicht vorstellen können, die Verantwortung für ihr Kind zu übernehmen. Meistens handelt es sich um Notsituationen, die ausweglos erscheinen.

In einer solchen Notsituation befand sich auch Lenas Mutter. Sie jedoch hat sich nach gründlicher Beratung bei der Caritas Innsbruck für eine Adoption entschieden. Für eine sogenannte "Offene Adoption" und nicht die jahrelang übliche "Inkognito-Adoption". Bereits seit Beginn der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts werden die mit der Inkognito-Adoption verbundenen Probleme diskutiert. Es wurde einerseits deutlich, dass viele leibliche Mütter nach der Adoption ihr Kind nicht vergessen, jahrelang trauern und oft psychische Störungen entwickeln. Die neuen Adoptionseltern andererseits haben oftmals die Adoption tabuisiert und dem Kind oft viel zu spät erzählt, dass es adoptiert wurde.

Mit der sogenannten "offenen Adoption" bestreitet man neue Wege: Die abgebende Mutter kann mitbestimmen, wer die neuen Eltern des Kindes werden sollen - und sie hat auch das Recht, ein- bis zweimal pro Jahr das leibliche Kind zu treffen. So kann sie jederzeit über ihre Gründe für die Freigabe zur Adoption sprechen. Zu den Vorteilen offener Adoptionen gehört, dass Adoptivkinder sich selbst - von klein auf -ein Bild von den leiblichen Eltern machen können und direkten Zugang zu Informationen über ihre Herkunft haben.

"kreuz und quer" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar und steht als zeitnahe Servicewiederholung am Mittwoch im Hauptabend auf dem Programm von ORF III Kultur und Information.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF0010