ÖGNI als Motor der Nachhaltigkeit

Wien (OTS) - Bisher konzentrierte sich die Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI) auf die Auszeichnung von Leuchtturmprojekten und Unternehmen im Sinne der ethischen Unternehmensführung. 2013 steht im Zeichen inhaltlicher Konkretisierungen und der (internationalen) Vernetzung.

Der formale Jahreswechsel hat an den Rahmenbedingungen der Bau-und Immobilienwirtschaft nichts geändert: Klimawandel und Finanzkrise, welche die Finanzierung von herkömmlichen Objekten schwieriger macht, sind noch dringendere Herausforderungen als zuvor. Hinzu kommt eine mögliche Eintrübung der wirtschaftlichen Großwetterlage. Für das Jahr 2013 hat sich ÖGNI daher praxisnahe Ziele gesetzt, denn "wir verstehen uns als Motor, der aktiv Themen anschiebt und die Umsetzung auch tatsächlich ermöglicht", so ÖGNI Gründungspräsident Philipp Kaufmann.

Inhaltliche Schwerpunkte 2013

Ein Instrument hierbei sind etwa Arbeitsgruppen. In ihnen erarbeiten ÖGNI Mitglieder aus der "Branche für die Branche" Positionspapiere und Empfehlungen, wie die Nachhaltigkeit umsetzbar ist. 2013 werden vor allem folgende Themen als Schwerpunkt behandelt:

  • Der nachhaltige Mietvertrag
  • Vereinbarkeit von Beruf und Familie (beginnend beim Architekten bis zum Makler)
  • Die nachhaltige Immobilien-Transaktion (Due Dilligence Prozess)
  • CSR (Corporate Social Responsibility)
  • Vergabeprozesse (z.B. für den Generalplaner) - integrale Planung
  • Nachhaltigkeitsbericht für Bau- und Immobilienunternehmen
  • Innovative, nachhaltige Baustoffe und -lösungen (Baubiologie, Bauteilkatalog, Plattformen zur Information von Architekten und Bauherren)
  • Veränderungen bei der Marktforschung des Immobilienmarktes
  • Kunst am Bau
  • Ökobilanz, Lebenszykluskosten und deren Umsetzung mittels IT-Werkzeugen (BIM) bei der Planung, Ausführung und Nutzung
  • Smart Building / Smart City / Automatisierung
  • Empfehlung für die Bewirtschaftung von nachhaltigen Immobilien im Lebenszyklus (Energieeffizienz, Innenraumluftqualität, etc.)
  • Recycling-Konzeptionen für Gebäude

Der nachhaltige Mietvertrag

Wie praxisorientiert diese Punkte sind, zeigt etwa das Thema "nachhaltiger Mietvertrag". Ziel dieser Arbeitsgruppe ist es, für Mietverträge Klauseln zu formulieren, die sowohl Vermieter als auch Mieter einen Anreiz für niedrige Bewirtschaftungskosten bzw. höhere Nutzer-Qualität geben. "In der Praxis gibt es ein hohes Interesse an green leases. Für solche nachhaltigen Mietverträge gibt es international zahlreiche Empfehlungen. Für Österreich fehlen diese und genau daran arbeitet unsere ÖGNI-Arbeitsgruppe intensiv. Mit ersten Ergebnissen rechnen wir im 1. Halbjahr 2013", führt Arbeitsgruppenleiter Stefan Artner (Dorda Brugger Jordis Rechtsanwälte) aus.

Beruf und Familie

"Zur Nachhaltigkeit gehört auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie", beschreibt ÖGNI-Vorstand Martina Maly (Michaela & Partner). ÖGNI geht hierbei selbst den ersten Schritt und hat für die Geschäftsstelle mehrjährige Maßnahmen erarbeitet, welche die Grundsätze im eigenen Bereich umsetzen. Die vielen positiven betriebswirtschaftlichen Effekte machen das Audit berufundfamilie zu einem wesentlichen Erfolgsfaktor für Betriebe", so Elisabeth Wenzl, Geschäftsführerin der Familie & Beruf Management GmbH. Die Entwicklung der Maßnahmen bildeten die Grundlage für die staatliche Auszeichnung des Wirtschafts- und Familienministeriums als familienfreundlicher Arbeitgeber.

Vernetzung

ÖGNI ist außerdem seit kurzem Mitglied der ACR (Austrian Cooperative Research), einer bedeutenden Plattform zur Vernetzung außeruniversitärer Forschungseinrichtungen.

Weiters ist die ÖGNI auch international ein Know-how Knotenpunkt:
da sie österreichischer Vertreter des World Green Building Councils (WGBC) ist, trägt sie das von der heimischen Akteuren erarbeitete Wissen in die globale Immobilienwelt und umgekehrt.

Neue Mitglieder: BIG, ARE und LIG

Neben innovativen kleinen Unternehmen wie Isolena (stellt Dämmstoffe aus Schafswolle her) freut sich ÖGNI über bedeutende Player aus dem Öffentlichen Bereich: Die Landesimmobilien-Gesellschaft Steiermark (LIG) ist nun ebenso ÖGNI-Mitglied wie die BIG Bundes Immobilien Gesellschaft und deren Tochter ARE (Austrian Real Estate GmbH).

8 Punkte-Programm der Nachhaltigkeit

"Wir haben oft erlebt, dass ein Unternehmen nachhaltig baut, aber nichts von CSR oder Nachhaltigkeitsberichten hören will - andere wiederum halten nichts von baubiologischen Baustoffen. Authentisch und stimmig wird es, wenn die einzelnen Aktivitäten sich zu einem Ganzen fügen", so ÖGNI Vizepräsident Karl Friedl (M.O.O.CON). Daher hat die ÖGNI das 8 Punkte-Programm erschaffen:

Das 8-Punkte-Programm:

  • Wir leben Werte (WerteManagement & Unternehmenskultur);
  • Wir verpflichten uns auf Compliance-Systeme;
  • Wir implementieren Corporate Governance-Standards;
  • Wir setzen CSR-Programme um;
  • Wir vereinen Beruf und Familie;
  • Wir arbeiten messbar (Bauen, Bewirtschaften, Investieren, ...);
  • Wir berichten über unser Handeln (Nachhaltigkeitsberichte);
  • Wir verwenden in den Berichten internationale Standards, (wie GRI).

Zertifikate für Gebäude und Unternehmen als Basis

Neben den neu hinzugekommenen Schwerpunkten für das Jahr 2013 bleiben die im 3P-Ansatz (Produkte, Prozesse und Personen) festgehaltenen Eckpfeiler natürlich ebenso wichtiger Teil der Arbeit der ÖGNI. "Bleibt die Geschwindigkeit der Veränderungen so hoch wie in den letzten drei Jahren, kann man sich jetzt schon auf das Ende 2013 freuen", fasst ÖGNI-Botschafter Georg Spiegelfeld zusammen.

Eine Langfassung der Aussendung finden Sie auf www.ogni.at

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