Grüne lehnen Ghettoklassen für Kinder mit Sprachdefiziten ab

Walser: Kinder auszusortieren verhindert Integration

Wien (OTS) - "Mit Ghetto-Klassen verstärken wir das Problem statt es zu lösen, das ist bei Expertinnen und Experten unbestritten", weist Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, die Ankündigung der Wiener Stadtschulratspräsidentin, Susanne Brandsteidl, und des Integrationsstaatssekretärs Sebastian Kurz zurück, wonach Kinder, die bei Schuleintritt noch nicht ausreichend Deutsch können, in Wien künftig in eigenen Vorschulklassen unterrichtet werden sollen. Walser warnt vor den Auswirkungen: "Ohnehin schon benachteiligte Kinder auszusortieren verhindert Integration."

"Brandsteidl handelt widerrechtlich und widerspricht wissentlich der geltenden Regierungsvereinbarung zwischen Rot und Grün in Wien, wonach Kinder nicht mehr auf Grund von Deutschdefiziten in eine Vorschulklasse abgeschoben werden dürfen", so Walser.

Der Grüne Bildungssprecher verweist auf erfolgreiche internationale Vorbilder: "Es gibt einige Länder, die mit unterschiedlichen Modellen erfolgreich sind. Die Palette reicht von persönlich zugeschnittenen Programmen für Kinder in Kanada über integrativen Unterricht in England bis zum Recht auf erstsprachlichen Unterricht in Schweden." In den Niederlanden müssen Kinder einen Sprachtest absolvieren, auch ihre sozialen Fähigkeiten werden abgeprüft. Wer Schwächen hat, wird von eigens ausgebildeten Lehrkräften gefördert.

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