Ägyptischer Bischof: "Wir brauchen eine neue Revolution!"

Koptisch-katholischer Bischof Kyrillos William in "Radio Vatikan": Träume von mehr Rechten und Demokratie "blieben auf der Strecke" - "Muslimbrüdern fehlt die Kompetenz zu führen"

Vatikanstadt, 04.01.13 (KAP) Ägypten braucht "eine neue Revolution". Dies ist nach Überzeugung des koptisch-katholischen Bischofs Kyrillos William "die einzige Lösung" angesichts der derzeitigen chaotischen politischen und wirtschaftlichen Lage im Land. Die mit der Revolution vom Jänner 2011 verbundenen Träume von einer besseren Zukunft für Ägypten mit mehr Rechten und Demokratie seien "auf der Strecke geblieben", bedauerte der Bischof von Assiut am Freitag in einem Interview mit "Radio Vatikan". Vor allem bei den Christen, die ungefähr zehn Prozent der ägyptischen Bevölkerung ausmachten, sei "Ernüchterung eingekehrt".

Die ägyptische Wirtschaft stehe vor dem Zusammenbruch, und auch die politische Entwicklung beschrieb Bischof William düster:
Extremistische Muslime seien an die Macht gelangt, weil sie - anders als die jungen Demonstranten von vor zwei Jahren - gut organisiert seien. Mittlerweile habe sich herausgestellt, "dass die Muslimbrüder nicht die Kompetenz haben, ein so großes Land zu führen". Die von ihnen durchgesetzte Verfassung repräsentiere die ägyptische Bevölkerung nicht, unterstrich William. Das vorbereitende Komitee, aus dem sich die Christen zurückgezogen, um "nicht zu Komplizen zu werden", habe seine Sichtweise durchgesetzt und einen Text verfasst, der "nicht das bringt, wovon die Ägypter träumen".

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