Missionierung auf Kosten der Republik: der jährliche Spendenskandal

Wien (OTS) - "Päpstliche Missionswerke", "Dreikönigsaktion", "Aktion Leben" und zahlreiche weitere - darunter auch aggressiv missionierende - Organisationen erleben in diesen Tagen ihre jährliche Spenden-Hochsaison. Für Heinz Oberhummer, Obmann der Initiative "Religion ist Privatsache", würde dies "in einem Staat, der der Religionsfreiheit verpflichtet ist, natürlich kein Problem darstellen". Laut Oberhummer müssen aber in Österreich ALLE Bürger "den Kirchenbau bzw. die Priesterausbildung in Entwicklungsländern mitfinanzieren und fromme Abtreibungsgegner im Inland mitunterstützen. Und zwar ungeachtet ihrer Weltanschauung".

Für diesen Missstand macht Oberhummer die steuerliche Absetzbarkeit von Spenden an Organisationen, die überwiegend religiöse Zwecke verfolgen, verantwortlich: "Während die Republik Jahr für Jahr weniger Entwicklungshilfe leistet, neue Schulden aufnimmt und Sparmaßnahmen treffen muss, finanziert sie über einen Steuerverzicht in Millionenhöhe Evangelisierungsaktionen". Oberhummer verlangt von der Regierung die Steuerabsetzbarkeit von Spenden an Organisationen, die überwiegend kirchlich aktiv sind, "sofort und restlos zu streichen". Die steuerliche Begünstigung von ausschließlich mildtätigen Organisationen steht für Oberhummer hingegen außer Diskussion. "Wer aber Missionierung und Hilfsprojekte in einen Topf wirft betreibt Etikettenschwindel. Die Verkündung der Frohen Botschaft hat die Kirche und nicht der Steuerzahler zu finanzieren" so Oberhummer.

Kritik übt die Initiative "Religion ist Privatsache" auch an der staatlich begünstigten kirchlichen Spendeneintreibungspraxis um die Weihnachtszeit: "Die Kirche schickt Kinder von Haus zu Haus um Spenden für angebliche Hilfsprojekte zu sammeln. Dass ein beträchtlicher Teil der gesammelten Gelder letztendlich für Missionierungsaktivität und Kirchen-PR verwendet wird, wissen die meisten hilfsbereiten Österreicherinnen und Österreicher aber nicht", so Oberhummer, der zusätzlich an den Bundespräsidenten und den Bundeskanzler den Appell richtete, "endlich aufzuhören, Jahr für Jahr diese Kindermission in Entwicklungsländern medienwirksam zu unterstützen".

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